"2010 wird ein gutes Konjunkturjahr, danach könnte aber wieder ein Abwärtstrend einsetzen", sagt Martin Hüfner. Der renommierte deutsche Volkswirt referierte am Montag in Bregenz im Rahmen eines Investmentabends vor mehr als 200 Gästen der Vermögensanlagebank direktanlage.at.
Hüfner sieht die Weltwirtschaft derzeit in einer Phase zwischen Krise und Erholung, grundsätzlich seien die Anzeichen aber eher positiv.
"Aktuell sind vor allem steigende Investitionen und mehr Exporte die treibenden Komponenten der Wirtschaft, sie werden im heurigen Jahr für einen Aufschwung sorgen", meint Hüfner. Aber die Freude währt wohl nur relativ kurz. Weitere Zinserhöhungen, auslaufende Fiskalprogramme und dringend notwendige Budgetkonsolidierungen werden wahrscheinlich als Bremsfaktoren wirken.
Als zusätzlich bedenklich schätzt der Experte auch die große Geldmenge ein, die sich derzeit am Markt befinde. "Generell gilt die Formel: Hohe Staatsverschuldung + hohe Liquidität + gute Konjunktur = hohe Inflation", sagt Hüfner. Man müsse sich also mittelfristig auf die Möglichkeit steigender Preise einstellen. In Euroland seien die Aussichten diesbezüglich aber besser als beispielsweise in den USA.
"Gefragt ist intelligentes Investieren"
Unter Investoren sei die Unruhe im Moment jedenfalls sehr groß. "So schwierig wie derzeit war Anlegen noch selten", sagt Hüfner. "Der Aktienmarkt befindet sich an einer kritischen Schwelle. Vieles spricht für ein Ansteigen der Kurse, ebenso Vieles aber auch dagegen." Insgesamt rechnet der Volkswirt mit einem Trend nach oben, aber mit deutlich mehr Volatilität.
"Intelligentes Investieren ist heute mehr denn je gefragt", betont der direktanlage.at-Berater. Ein Vergleich zwischen Aktien- und Rentenmärkten spreche im Moment eher für die festverzinslichen Papiere. Noch attraktiver sei die Kursentwicklung bei alternativen Investments. "Ich rate Anlegern dazu, Gewinne möglichst mit zu nehmen und auf geeignete Opportunitäten zu warten."






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