
CIMA präsentiert erste Ergebnisse der Untersuchungen im Rahmen des Ortskernimpulsprogrammes

Rankweils Zentrum auch in Zukunft belebt
Rankweil (A) Erste Ergebnisse im Ortskernimpulsprogramm und EKZ-Verträglichkeitsstudie L52/L190 präsentiert.
Orts- und Stadtkerne haben in den letzten Jahren einen rasanten Strukturwandel erlebt. Zurückzuführen war dies auf eine Vielzahl von Rahmenfaktoren bzw. Begleiterscheinungen, unter anderem auch durch das Aufkommen von Handelsgroßbetriebsformen in der Peripherie. Vor dem Hintergrund der möglichen weiteren Entwicklungen im Grenzgebiet zwischen Rankweil und Feldkirch, wo unter anderem Merkur/Leiner, das Fachmarktzentrum Areal und Interspar Anträge für die Ausweitung bzw. Neuschaffung von Verkaufsflächen gestellt haben, wurde der Firma Cima Beratung & Management GmbH aus Oberösterreich, die unter anderem in den Jahren 2001 und 2009 in Vorarlberg die Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturuntersuchungen erstellt haben, beauftragt ein realistisch umsetzbares, mittel- bis langfristig ausgerichtetes sowie ein auf örtliche Strukturen angepasstes Entwicklungsmodell für das Rankweiler Ortszentrum auszuarbeiten. Mit diesem Ortskern-Impulsprogramm soll neben der Analyse des bestehenden Einzelhandels, konsumnahen Dienstleistungen und Gastronomiebetrieben vor allem eine Positionierung im Bereich Handel für das Zentrum von Rankweil entwickelt werden.
Ein weiterer Auftrag war gemeinsam mit der Stadt Feldkirch die Erstellung einer interkommunalen Einzelhandelsentwicklung für das Handelsgebiet L 190/L 52. Dort wurde fachlich begutachtet, wie sich die Anträge und die damit verbundenen zusätzlichen Handelsflächen von Merkur/Leiner, Fachmarktzentrum Areal sowie Interspar auf die vorhandenen Handelsbetriebe auswirken, wobei insbesondere die Orts- bzw. Stadtkerne von Rankweil und Feldkirch sowie die weiteren Gemeinden des Vorderlands betrachtet wurden.
Im Zuge der Präsentation der ersten Ergebnisse dieses Ortskernimpulsprogrammes kam zum Ausdruck, dass es für die weitere positive Entwicklung des Rankweiler Ortszentrums klare Standortsignale „pro Ortskern“ geben muss und zugleich eine weitere Ansiedlung von Fachmärkten an der Peripherie problematisch ist.
Weitere Ansiedlung von Fachmärkten problematisch
Die grundsätzlich von der CIMA als nicht-strukturgefährdend beurteilten Erweiterungs- und Ansiedelungsbegehren im Einkaufsraum der B190-L52 bergen nämlich eine, nicht zu unterschätzende, mittelfristige Gefahr. Durch die Ausweitung der Verkaufsflächen von attraktiven Anbietern (MediaMarkt, Leiner) werden, in absehbarer Zeit, weitere „Begehrlichkeiten“ von Handelsbetrieben bzw. Projektentwickler folgen. Die CIMA rät beiden Gemeinden daher, sehr sensibel mit allfälligen Flächenerweiterungen bzw. Ansiedelungen umzugehen.
Raumplanungsgesetz bietet keine ausreichende Beurteilungsgrundlage
Weiters ist die CIMA der Ansicht, dass die derzeitige im Raumplanungsgesetz verankerte Unterscheidung zwischen „autoaffinen“ und „sonstigen“ bzw. innenstadtrelevanten Gütern, nur mehr bedingt als Grundlage zur Bewertung von Ansiedelungsbegehren in peripheren Einkaufszonen herangezogen werden kann. Denn nach einer Widmung von Flächen mit „sonstigen Waren“ kann bei einem allfälligen Mieterwechsel beispielsweise auf großen Fläche ein Anbieter mit innenstadtrelevanter Kernsortimente erhebliche Umsatzumlenkungen, mit stark strukturgefährdendem
Charakter für die Ortskerne, auslösen.
Die Erstellung der beiden Gutachten stellt eine fundierte, wichtige Basis für eine Weichenstellung zur Entwicklung Rankweils dar. Es gilt nun in den weiteren Diskussionen in den Ausschüssen und der Gemeindevertretung eine klare Entscheidung für die Entwicklung des Rankweiler Ortszentrums zu fällen.“, ist Bürgermeister Ing. Martin Summer überzeugt.
Marktgemeinde Rankweil

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