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KMU-Studie: Vorarlbergs Betriebe trotz Krise optimistisch

Autor: Dornbirner Sparkasse

08.03.10 13:10

Die Europäische Kommission definierte im Jahr 2003 Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) als Betriebe, die weder die Schwellenwerte für die Anzahl der Mitarbeiter (max. 250 Mitarbeiter) noch jene für Umsatz bzw. Bilanzsumme (max. EUR 50 Mio. Umsatz/max. EUR 43 Mio. Bilanzsumme) überschreiten. Die knapp 300.000 KMUs zählen für die Erste Bank-Sparkassengruppe zu einer sehr interessanten Zielgruppe.

Werner Böhler und Astrid Heinrich

Umfrage-Ergebnisse im Überblick
•    57% der Vorarlberger KMUs erwarten 2010/2011 bereits den Aufwärtstrend
•    Nur 19% der Betriebe fühlen sich von der Krise stark getroffen
•    KMUs wollen in Zukunft in “Kooperationen“ und „Modernisierung des Betriebes“ investieren
•    Vorarlberger KMUs mit Hausbank und Höhe des Kreditrahmens zufrieden

Die österreichischen KMUs haben das vergangene Jahr gut gemeistert und blicken optimistisch in die Zukunft – das ist das Kernergebnis einer Umfrage des IMAS Instituts unter 900 Geschäftsführern und Führungskräften, die im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen durchgeführt wurde. „Das ist für uns ein sehr überraschendes Ergebnis“, so Werner Böhler, Vorstand und Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, „vor allem kleinere Betriebe in Vorarlberg zeigen sich optimistisch und trotzen der negativen Stimmung.“ Fas zwei Drittel der KMUs (63%) rechnet in den nächsten drei bis fünf Jahren mit einer Steigerung der Kundenanzahl und steigenden Umsätzen. Wettbewerbsfähig zu bleiben, Marktanteile und Kunden halten zu können sehen KMUs als größte wirtschaftliche Herausforderungen (28 %). Dennoch glaubt mehr als ein Drittel (36%) der KMUs daran, ihre Marktposition in den nächsten Jahren ausbauen zu können. Eine Expansion ins Ausland dürfte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen (nur 8%). Als Erfolgsrezept werden vor allem intensive Kooperationen mit anderen Unternehmen und die Modernisierung des eigenen Betriebs gesehen. Dies wirkt sich direkt auf den Finanzierungsbedarf der KMUs aus, der Österreichweit künftig vor allem im Bereich Investitionen bzw. Modernisierung gesehen wird.

„Für die Vorarlberger Sparkassen bieten diese unternehmerischen Ambitionen eine Chance“, so Böhler. „Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Unternehmen haben im vergangenen Jahr dazu geführt, dass das heimische Kreditvolumen nur moderat gestiegen ist. Wir haben die klare Bereitschaft, die Modernisierung der Unternehmen zu finanzieren und Marktanteile auf der Kreditseite zu erhöhen. Davon lassen wir uns auch von weniger optimistischen Wirtschaftsprognosen nicht abhalten“.

Wirtschaftliche Erholung binnen zwei Jahren
Rückblickend hat die Wirtschaftskrise nur einen Teil der Betriebe stark erfasst. 81 % der Vorarlberger KMUs ist davon überzeugt, dass sich die Krise im Vorjahr nur „etwas“ bzw. „gar nicht“ auf ihr Unternehmen ausgewirkt hat. Nur rund ein Fünftel (19%) konstatiert deutliche Auswirkungen auf den Betrieb. Im Vergleich wurden mittlere Unternehmen etwas stärker von der Krise getroffen als kleine.

Für die Zukunft zeigt sich ein Großteil der KMUs in Vorarlberg überaus optimistisch und von einer positiven Wirtschaftsentwicklung überzeugt: 30% der Unternehmen rechnen schon in einem Jahr mit einer Erholung, weitere 27% erwarten den Aufwärtstrend binnen zwei Jahren. Etwa ein Drittel (32%) ist pessimistischer und glaubt, dass der Aufschwung noch drei Jahre oder länger auf sich warten lassen wird.

Interessant ist die Kundenstruktur der Ländle-KMUs, für die der Arlberg offensichtlich immer noch eine Handelsbarriere darstellt: Mehr als die Hälfte aller Kunden (57%) stammt aus dem Nahbereich, 24% aus dem eigenen übrigen Bundesland, 5% aus Rest-Österreich und nur 14% aus dem Ausland. Für Werner Böhler ist das auch ein klarer Vorteil für Regionalität: „Die räumliche Nähe zum Kunden hat im ‚Internationalisierungshype’ der vergangenen 10 Jahre nur scheinbar an Bedeutung verloren. In Wirklichkeit ist die Filiale und der Kundenbetreuer um die Ecke das bessere Argument.“

Persönliche Beratung ist unerlässlich
Sowohl bei kleinen als auch bei mittleren Betrieben ist der direkte Kontakt mit ihrer Bank unverzichtbar, wobei letztere in ihrem Betrieb vom Bankberater aufgesucht werden möchten. Information über Internet, Hompage und E-Mail sind für mehr als zwei Drittel der Betriebe (62%) interessant und haben die Zusendung schriftlicher Informationen auf dem Postweg (41%) klar überholt. Spezielle Beratungsveranstaltungen des Geldinstituts (35%) und telefonische Kunden-Services werden von je einem Drittel (30%) geschätzt.

„Geldangelegenheiten sind immer eine Sache des Vertrauens – und das entsteht im persönlichen Kontakt. Aus diesem Grund ist die hohe Filialdichte einer der Eckpfeiler unseres Geschäftsmodells. Wir kennen nicht nur unsere Kunden und ihre Unternehmen, sondern auch die lokalen wirtschaftlichen Gegebenheiten – und das wird honoriert“, so Werner Böhler.

KMUs: Keine Kreditklemme in Österreich festzustellen
93% aller Vorarlberger KMUs verfügten 2009 nach eigener Angabe übrigens über einen ausreichenden Kreditrahmen und 73% der Unternehmen sehen auch für die nächsten ein bis zwei Jahre keinen zusätzlichen Finanzierungsbedarf in Form von Bankkrediten. 21% aller befragten Unternehmer hingegen sehen einen deutlichen Bedarf für Finanzierungen.

Überdurchschnittlich hohe Kundenzufriedenheit bei den Ländle Hausbanken
Generell ist in Österreich die Zufriedenheit der Betriebe mit ihren Banken hoch, am höchsten jedoch in Vorarlberg: Hier sind 84% der KMUs zufrieden bzw. sehr zufrieden mit ihrer Hausbank. Zufriedene Kunden honorieren – neben den Konditionen (78%) - vor allem die Freundlichkeit der Bankangestellten (77%). Einlagensicherheit, Information und Beratung sowie Kulanz sind für jeweils 65% der Befragten wichtig. Nur 16 % bewerten in Vorarlberg die Zusammenarbeit mit ihrer Hausbank als nicht optimal. Im Österreichschnitt sind dies ein Viertel (25%).



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