Vorarlberger sorgen mit 104 Euro/Monat vor und vererben Vermögenswerte in der Höhe von 95.000 Euro

v.l.n.r.: Alexander Zeh (GfK), Ingo Hämmerle (s Versicherung), Werner Böhler (Sparkasse), Heinz Schuster (s Versicherung) - Dornbirner Sparkasse Bank AG
• 75% der Befragten haben Vorsorgeverhalten trotz Krise nicht verändert
• 43% der Vorarlberger sorgen auch für die Familie vor
• Knapp 95.000 Euro werden vererbt, doch nur 16% haben Erbangelegenheiten geregelt
Die neue „Familien-Vorsorgestudie 2010“ von GfK-Austria im Auftrag von s Versicherung und Vorarlberger Sparkassen bringt überraschende Ergebnisse: Die befragten Vorarlberger zwischen 25 und 60 Jahren haben ein sehr modernes Familienbild. Immerhin jeder Zweite (49%) betrachtet neben der traditionellen Familienkonstellation auch Patchwork-Familien und Lebensgemeinschaften als „vollwertige“ Familie. Heinz Schuster, Vorstand der s Versicherung: „Die Vorarlberger haben ein durchaus modernes Familienbild. Das Credo heute ist aber: Zuerst die Karriere oder etwas erleben und dann erst die Kinder. Damit erfolgt die Gründung einer Familie deutlich später als noch vor 20 Jahren.“
Auch beim Thema Erben gibt es erstaunliche Ergebnisse: Im Durchschnitt erwarten sich die Vorarlberger eine Erbschaft in der Höhe von 95.000 Euro – in Form von Sparguthaben, Immobilien und anderen Vermögenswerten. Ihre Erwartungen liegen damit um rund 15.000 Euro höher als der Österreichschnitt.
Für 74% ist Familie sehr wichtig für ein erfülltes Leben
Die Vorarlberger sind klare Familienmenschen. Für 74% der Befragten ist Familie der wichtigste Faktor für ein erfülltes Leben. Eine Partnerschaft betrachten 67% und eigene Kinder immerhin 53% der Befragten als wichtig. Interessent dabei ist, dass die Themen Karriere nur von 23% und Freizeit gar nur von 17% als wichtig für ein erfülltes Leben erachtet wird. Trotz eines modernen Familienbildes spielen aber auch heute noch traditionelle Werte wie Gesundheit (74%), gegenseitige Hilfe (52%) und Zeit für einander zu haben (40%) eine zentrale Rolle.
74% der Familien belastet die Krise nicht
Ein überraschendes Ergebnis liefert die Studie bei der Frage, ob die aktuelle Finanzkrise die private beziehungsweise familiäre Situation belastet: 74% sehen sich nicht davon tangiert. Jeder zweite Befragte (50%) gibt jedoch Auswirkungen auf die finanzielle Situation an, 36% verzeichnen berufliche Belastungen durch die Krise. Überraschend ist dabei, dass die Belastung durch die Finanzkrise bei Beruf und Finanzen offensichtlich keine Rückkoppelung auf das Privatleben und die Familie verursacht“, so Heinz Schuster.
Vorsorgeverhalten: keine Veränderung aufgrund der Finanzkrise
Insgesamt haben 75% der Befragten trotz Krise ihr Vorsorgeverhalten nicht geändert. Immerhin 6% der Vorarlberger wollen sogar in Zukunft mehr Geld für ihre Vorsorge aufwenden. „Den Vorarlbergern ist bewusst, dass die Krise vorbei gehen wird. Doch besonders junge Befragte sind heute bereits sehr sensibilisiert und machen sich Gedanken um ihre staatliche Pension und sorgen bereits verstärkt vor“, bringt es Werner Böhler, stellvertretend für alle Vorarlberger Sparkassen, auf den Punkt.
Familienvorsorge ist für jeden Zweiten im Ländle selbstverständlich
Der ausgeprägte Familiensinn der Vorarlberger manifestiert sich auch finanziell. 43% der Befragten betrachten es als selbstverständlich für die eigene Familie eine Vorsorge zu treffen. 44% sind auch davon überzeugt, dass die von ihnen in Anspruch genommenen Finanzdienstleistungen auf ihre Familienvorsorge abgestimmt sind. Erstaunlich ist gleichzeitig, dass jeder Dritte (33%) in Vorarlberg zwar gerne mehr für die Familienvorsorge tun würde, jedoch der Meinung ist, es sich nicht leisten zu können. „Hier besteht auf jeden Fall Aufklärungsbedarf. Altersvorsorge kostet nicht unbedingt enorme Summen. Wichtig ist lediglich, rechtzeitig damit zu beginnen“, so Böhler, und weiter: „Nur 6% der Befragten gönnen sich lieber selbst etwas und überlassen es dem Nachwuchs, seine Zukunft selbst aufzubauen“.
65 Euro würden die Vorarlberger für die Vorsorge anderer ausgeben, 104 Euro für sich selbst
Im Durchschnitt würden die Vorarlberger 104 Euro für die Eigenvorsorge aufwenden. Ein gutes Ergebnis, das aber wenig überrascht. Erstaunlicher ist aber, dass die Bevölkerung auch bei der Vorsorge für andere recht großzügig ist: Immerhin 65 Euro pro Monat würden sie für die Vorsorge anderer ausgeben.
Beinahe zwei Drittel haben für ihre Kinder oder die des Partners vorgesorgt
Bei der Eigenvorsorge sind die Vorarlberger stark. Beachtliche 81% haben bereits für sich selbst vorgesorgt. Und immerhin 64% der Befragten haben auch für ihre Kinder bereits eine Vorsorge getroffen. 18% geben dabei an, dass sie sich eine Vorsorge für ihren Nachwuchs derzeit nicht leisten können. „Überraschend wenig wird auch für den erweiterten Familienkreis wie Nichten, Neffen und andere Verwandte vorgesorgt. Nur rund 2% sorgen für einen Verwandten vor und nur 7% würden hier gerne eine Vorsorge treffen“, meint Schuster.
Jeder Zweite glaubt nicht an staatliche Vorsorge
Die Studie zeigt, dass jeder zweite Vorarlberger (52%) der Meinung ist, dass der Staat für die Familien nicht ausreichend vorsorgt. Zugleich zweifeln die Befragten besonders an der Sicherheit der staatlichen Pension. Deshalb betrachten 93% der Bevölkerung eine private Altersvorsorge als wichtiges Thema. Österreichweit sind dies „nur“ 84%. „Wir sehen hier – und das besonders in den letzten Jahren – eine starke Bewusstseinsänderung speziell auch bei den jungen Menschen. Hier rechnet kaum noch jemand damit, seinen Lebensabend rein aus der staatlichen Altersvorsorge bestreiten zu können“, konkretisiert Schuster.
Vorsorgeinstrumente: Immobilien on top, Lebensversicherung und prämiengeförderte Modelle sehr beliebt – Sicherheit nach wie vor zentral
Beim Begriff der finanziellen Vorsorge denken mehr als zwei Drittel der Befragten (69%) spontan an die Lebensversicherung. Hier punktet die Lebensversicherung vor allem mit den Werten Sicherheit und Stabilität. Die Absicherung der Familie steht hier – neben der Eigenvorsorge – mit 52% Nennungen klar im Fokus.
Dass die Vorarlberger auf Sicherheit großen Wert legen, spiegelt sich auch in ihren Vorsorgelösungen wider. Die Mehrheit, nämlich 44%, setzt hier auf die eigene Immobilie. 42% der Befragten betrachten eine Lebensversicherung als das beste Produkt für die Altervorsorge. 41% setzen auf die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge. Versicherungsexperte Schuster: „Einfache Versicherungsprodukte mit längeren Laufzeiten stehen bei den Vorarlbergern gerade bei der Altersvorsorge hoch im Kurs“. Aber auch der Bausparer wird von 39% gerne als Vorsorgeprodukt gewählt. Sehr erfreulich: Die betriebliche Altersvorsorge spielt im Ländle eine durchaus gewichtige Rolle. Beachtliche 18% der Befragten betrachten diese als ideales Produkt für die Zukunftsvorsorge (das sind um 10% mehr als im Österreichschnitt).
51% der Befragten haben sich mit dem Thema „Vererben“ befasst – nur 16% haben bereits alles geregelt
Das Thema Erben hat bei der Bevölkerung einen großen Stellenwert. 51% haben sich schon damit befasst. 16% der Befragten Vorarlberger haben sich zwar noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt, sind aber überzeugt, einmal etwas zu vererben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die heutigen Vorarlberger sind eine „Erbengeneration“: Durchschnittlich 94.790 Euro beträgt das zukünftig erwartete Erbe. „53% gehen davon aus, dass sie ein Sparbuch oder Bargeld vererben werden. 48% hinterlassen ein Einfamilienhaus und 31% eine Lebensversicherung“, so Werner Böhler. Die heimische Bevölkerung würde eine Erbschaft eher nicht für Luxusgüter (4%) ausgeben, sondern wiederum in die finanzielle Absicherung der Familie (47%) investieren.





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