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Stromsparen als Leidenschaft

Autor: Mamkom

16.05.11 09:42
Werner Salzmann hat stets einen Überblick über Sonnenstromeinspeisung und Netzbezug.

Werner Salzmann hat stets einen Überblick über Sonnenstromeinspeisung und Netzbezug.

Zukunft Leuchtmittel LED: Die herkömmliche Energiesparlampe ist „Generation von gestern“.

Zukunft Leuchtmittel LED: Die herkömmliche Energiesparlampe ist „Generation von gestern“.

Hildegard Salzmann schaltet die Kaffeemaschine über eine Timer-Steckdose per Knopfdruck ein.

Hildegard Salzmann schaltet die Kaffeemaschine über eine Timer-Steckdose per Knopfdruck ein.

Der Lustenauer Werner Salzmann hat den Haushaltsstromverbrauch in wenigen Jahren halbiert. Potenzial durch Energieberatung erheben lassen.

Der Stromverbrauch steigt in Vorarlberg jährlich um etwa zwei Prozent. Dabei wäre eine Einsparung um mindestens 20 Prozent ohne Komfortverlust möglich, wissen Experten. Den Lustenauer Techniker Werner Salzmann, bei der VKW-Netz AG tätig, hat den Stromverbrauch in seinem Einfamilienhaus  bis vor zwei Jahren „zwar beobachtet, aber nichts aktiv unternommen“. Das hat sich dramatisch geändert. Den IT-Fan brachten „Velix“ der vkw und das Pilotprojekt Smart Metering so richtig auf den Geschmack. Bei den vkw unter e`klar stieg er in das schlaue System zur permanenten Erfassung und Beobachtung des Energieverbrauchs ein. Elektronische Zähler halten ihn über moderne Übertragungseinrichtungen zwischen Verbraucher, Kunden und Energielieferanten in Verbindung.  Zusätzlich führt Salzmann eine penibel genaue Statistik. Und die beweist, dass er in sensationell kurzer Zeit den Stromverbrauch halbiert hat.

Bündel von Maßnahmen
Wie der Techniker das geschafft hat? „Ich machte zunächst Analysen des Verbrauchs und der Gesamtanlage sowie von Einzelgeräten.“ Dann ging es an die Umsetzung der Sparpotentiale, auch im Standby-Betrieb, die Beleuchtungsoptimierung und den Tausch von Stromfressern. Die meisten Geräte waren ohnehin schon in den hohen Energieeffizienzklassen. Es ging also nur um die Neuanschaffung eines A++ - Gefrierschranks und von zwei Laptop-PC.

Der ambitionierte Lustenauer installierte bei Geräten, die keinen Netzschalter haben, schaltbare Steckdosenleisten, die eine erhebliche Einsparung bringen. Werner Salzmann hat eine Sondersituation: Er versorgt nur den Haushalt mit Strom,  Warmwasser und Heizung werden mit Gas betrieben. Dennoch: Durch die Steuerung der Gastherme konnte er auch den Gasbedarf reduzieren. Und zusätzlich hat er 2010 im Rahmen der Klima- und Energiefonds-Förderaktion eine 4,6-kW-PV-Anlage installiert. Ein Viertel des Sonnenstroms wird direkt im Haushalt verbraucht, rund drei Viertel speist er ins öffentliche Netz ein. Auf den Punkt gebracht: Die konsequente Abschaltung der nicht benötigten Verbraucher und die Beleuchtungsoptimierung sind im Haushalt der Familie Salzmann die größte Einsparung. Außerdem ist der Haushalt in der Zwischenzeit auf Werner und Hildegard „geschrumpft“, die Tochter hat sich „selbständig“ gemacht. Neueste Errungenschaft der Familie Salzmann ist ein Vlotte-Elektroauto, das den Stromverbrauch zwar erhöhen wird (Verbrauch ca. 12 kWh/100 km), dafür aber den Treibstoffverbrauch reduziert.

„Zukunft gehört LED-Leuchtmitteln“
Die Energiesparlampe ist für den Tüftler passe, „die Zukunft gehört den LED-Leuchtmitteln“, ist er überzeugt. Wie viel Zeit er pro Tag denn für die Beschäftigung mit dem Stromsparen einsetzt? „Rund eine Viertelstunde, die aber zum Hobby geworden ist“, sagt er bescheiden. Es wäre nicht der Liebhaber Salzmann, würde er die Wirtschaftlichkeit außer Acht lassen.
•    Verbrauch und Kosten vor Umsetzung der Maßnahmen: 8.000 kWh/Jahr um 16 ct/kWh, das waren € 1.280 pro Jahr
•    Investitionen insgesamt: rund € 2.000
•    Verbrauch und Kosten nach Umsetzung: Rund 5.000 kWh/Jahr um 16 ct/kWh, das sind € 800 pro Jahr
•    Amortisationszeit: Etwa vier Jahre

Kleinvieh gibt auch Mist
Werner Salzmann bleibt auf dem Teppich: „Entscheidend für die erzielbaren Einsparungen ist immer die Ausgangssituation. Bei einem Haushaltsverbrauch über dem Durchschnitt von rund 4.500 kWh pro Jahr und üblicher Geräteausstattung kann eine Einsparung von 20 Prozent erreicht oder  überschritten werden. Viel Kleinvieh gibt auch Mist. Grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass 80 Prozent des Effekts am wenigsten kosten, die restlichen 20 Prozent sind etwas teurer Feinschliff. 90 Prozent habe ich ausgereizt. Quantifizieren lässt sich das Einsparpotenzial am besten nach einer Energieberatung, z.B. durch die VKW-Energieberater“.

Kampagne gestartet
Im Rahmen des Programmes „Energiezukunft 2050“ wurde vor kurzem eine begleitende  Informationskampagne gestartet. Ein wichtiges Element dabei ist der „Schrittzähler, bei dem Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Unternehmen ihre Projekte auf einer Landkarte dokumentieren können. Damit soll gezeigt werden, dass Lösungen für die Energieautonomie heute schon da sind und das ohne Verlust von Lebensqualität. „Setzen und dokumentieren auch sie ihren persönlichen Schritt zur Energieautonomie, jeder Beitrag zählt. Nur gemeinsam können wir so ein wichtiges und ambitioniertes Ziel erreichen“, ermuntern Landesrat Ing. Erich Schwärzler und Programmleiter Dr. Adi Groß zur Teilnahme.                                     



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