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Saisonier-Situation: „Touristischer Arbeitsmarkt angespannt, aber nicht dramatisch“

Autor: WKV

09.11.11 15:55
Harald Furtner, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Harald Furtner, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Feldkirch (A) Die Befürchtungen der ÖHV (Österr. Hoteliervereinigung) wonach es heuer zu einem dramatischen Engpass auf dem touristischen Arbeitsmarkt kommt, teilt die Wirtschaftskammer nicht. Man müsse die ganze Situation sachlich betrachten, betont Harald Furtner, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Vorarlbergs Tourismuswirtschaft braucht durchschnittlich 2.500 zusätzliche Mitarbeiter im Winter. Kurz vor Beginn der Saison sei immer eine gewisse Unsicherheit vorhanden, ob genug Mitarbeiter rekrutiert werden können, allerdings stelle sich die Situation heuer nicht dramatischer dar als die Jahre zuvor, so Furtner weiter.

Insgesamt werde das Saisonier-Kontingent heuer voraussichtlich auf 300 Mitarbeiter reduziert. „Da jedoch die Stamm-Saisoniers sowie die Mitarbeiter aus Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn, Polen, Litauen, Estland und Lettland seit der Arbeitsmarktöffnung am 1. Mai 2011 nicht mehr in dieses Kontingent fallen, stehen unseren Betrieben de facto mehr Kontingent-Plätze zur Verfügung. Aus Vorarlberger Sicht ist daher das ausverhandelte Kontingent durchaus akzeptabel“, ist Furtner überzeugt.

Die aktuell insgesamt günstige Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt-Situation wirke sich zwar eher nachteilig auf den touristischen Arbeitsmarkt aus - so können z.B. aus Ost-Deutschland heuer 20-25 % weniger Mitarbeiter rekrutiert werden und auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt stehen weniger Hilfskräfte zur Verfügung weil es diese vermehrt in andere Branchen zieht, so Furtner. „Gerade deshalb wurden heuer aber verstärkte Anstrengungen unternommen. So wurden von uns und dem AMS beispielsweise noch nie so viele Jobbörsen organisiert wie in diesem Jahr. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Alles in allem sei durch die Ost-Öffnung für die heimische Tourismuswirtschaft ein neuer Arbeitsmarkt entstanden, der viele Chancen bringt. Allerdings besteht, so Furtner, jetzt im ersten Winter nach der Marktöffnung eine gewisse Unsicherheit, weil man noch nicht abschätzen könne, inwieweit die Mitarbeiter aus den neuen EU-Staaten wegen der geographischen Nähe zu ihrem Heimatland in den östlichen Tourismusdestinationen hängenbleiben.  
Zugleich appelliert Furtner aber auch an die Eigenverantwortung der Betriebe. Man dürfe sich bei der Suche nach Mitarbeitern nicht ausschließlich auf das AMS verlassen, sondern müsse sich aktiv auf den neuen, jetzt offen stehenden EU-Arbeitsmarkt konzentrieren.



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