
Mag. Christian Schützinger (Geschäftsführer Vorarlberg Tourismus), Mag. Karl-Heinz Rüdisser (Tourismuslandesrat)

Skigebiet Silvretta Montafon
Dornbirn (A) Nach einem Rekordsommer ist Vorarlberg auch für die Wintersaison optimistisch. Der Grund: die wachsende Reiselust vor allem von Deutschen und Schweizern. Vorarlberg ist auf die Saison gut vorbereitet: Hotels, Gastronomiebetriebe und Seilbahnen haben insgesamt mehr als 90 Millionen Euro investiert. Flexibel reagieren müssen die Tourismusbetriebe auf die wachsende Zahl an Kurzurlaubern.
Die Sommersaison 2011 hat Vorarlberg eine Rekordzahl an Gästen beschert. Erstmals verbrachten zwischen Mai und Oktober mehr als eine Million Menschen ihre Urlaubstage in Vorarlberg – exakt 1.002.445. Sie buchten insgesamt 3,49 Millionen Übernachtungen. Das ist ebenfalls der Spitzenwert der vergangenen zehn Jahre. Besonders erfreulich war die Entwicklung bei Gästen aus den beiden wichtigsten Auslandsmärkten, Deutschland und Schweiz. Die Zahl der Übernachtungen von deutschen Gästen stieg um 64.773, ein Zuwachs von 3,3 Prozent. Schweizer Gäste buchten um 35.910 Übernachtungen mehr als im Jahr zuvor. Das entspricht sogar einem Plus von 10,7 Prozent.
Wirtschafts-Landesrat Mag. Karlheinz Rüdisser zeigt sich hoch erfreut: „Der Tourismus ist eine stabile und wichtige Säule der Vorarlberger Wirtschaft.“ Schließlich sei der Rekordsommer 2011 vorläufiger Höhepunkte einer langjährigen, positiven Entwicklung. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Gäste um fast ein Fünftel von 1,73 auf 2,05 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen pro Jahr erhöhte sich leicht von 7,89 auf 8,03 Millionen. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent.
Ganz ähnlich verlief die Entwicklung in der Wintersaison im vergangenen Jahrzehnt: Die Zahl der Wintergäste erhöhte sich in diesem Zeitraum um rund 15 Prozent auf 1,05 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen liegt relativ stabil bei durchschnittlich 4,7 Millionen. Im vergangenen, sehr schneearmen Winter 2010/2011 waren es 4,55 Millionen Übernachtungen.
Anhaltende Investitionsfreude
Insgesamt arbeiten in Vorarlberg 12.500 Menschen im Tourismus, das sind mehr als sieben Prozent der Erwerbstätigen. Doch auch andere Wirtschaftszweige profitieren erheblich vom Tourismus: Allein die Seilbahnen investieren in diesem Jahr etwa 70 Millionen Euro, um etwa 20 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Dazu kommen die Investitionen von Hotels und Gastronomiebetrieben.
Das Investitionsvolumen der Projekte, die vom Land Vorarlberg unterstützt werden, liegt in diesem Jahr bei 16,8 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2011 dürften die Investitionen zumindest wieder das Niveau des Vorjahrs erreichen, als Investitionen von 18,6 Millionen Euro gefördert wurden. Die Mittel verwenden die Unternehmen für Betriebserweiterungen, die Modernisierung von Zimmern, den Ausbau des Wellnessbereichs und dergleichen. Insgesamt hat die Bank heuer Förderungen von 989.000 Euro für 78 Projekte bewilligt. Im vergangenen Jahr wurden 86 bewilligte Projekte mit 1,02 Millionen Euro gefördert.
Innovationen vorantreiben
Neben Investitionen werden vom Land aber auch besondere Innovationen unterstützt. Als eines von österreichweit sechs „Leuchtturmprojekten“ für die „Innovationsmillion“ von Bund und Ländern wurde heuer eine Idee aus dem Bregenzerwald ausgewählt. Eine Arbeitsgemeinschaft aus Handwerk, Architekten und Touristikern will „die Gestaltungskompetenz“ des Bregenzerwaldes für die Besucher stärker wahrnehmbar machen.
„Die Betriebe und die Destinationen setzen auf Innovation und investieren in Qualität“, resümiert Landesrat Karlheinz Rüdisser: „Das Land Vorarlberg versucht dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Für die anstehende Wintersaison zeigt sich Rüdisser optimistisch: „Der Tourismus in Vorarlberg ist auf dem richtigen Weg.“
Rekordsommer macht optimistisch
Auch Vorarlbergs Tourismusdirektor Mag. Christian Schützinger ist nach diesem Rekordsommer für die anstehende Wintersaison zuversichtlich: „Wir erwarten auch für die nächsten Monate eine positive Entwicklung. Unsere wichtigsten Märkte Deutschland und Schweiz sind stabil oder wachsen leicht.“ Diese Einschätzung werde auch von den Experten der Österreich-Werbung bestätigt.
Dem entsprechend setzen Vorarlberg Tourismus und die Destinationen in enger Abstimmung Marketing-Schwerpunkte in diesen beiden Ländern: In der Schweiz sind unter anderem Anzeigen in Winter-Reisespecials und Beilagen führender Printmedien geplant. Eine Online-Kampagne ergänzt den Werbeauftritt. Auch in Deutschland sind E-Marketing und Anzeigenschaltungen vorgesehen. Zusätzlich stehen im Jänner und Februar zwei große Messeauftritte in Stuttgart und München am Programm. Seine Internationalisierungsstrategie setzt Vorarlberg Tourismus mit Aktivitäten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Tschechien, Polen, Russland und der Ukraine fort.
Steigende Gästezahlen – sinkende Aufenthaltsdauer
Trotz des grundsätzlichen Optimismus bleibt Schützinger vorsichtig bei seiner Prognose: „Die Gäste treffen ihre Urlaubsentscheidung immer kurzfristiger. Wenn sich die Anzeichen für einen Konjunktureinbruch verstärken, werden manche Urlauber ihre Planungen noch einmal überdenken. Dasselbe gilt bei einer ungünstigen Wetter- oder Schneesituation.“
Eine Herausforderung für den Vorarlberger Tourismus ist die Aufenthaltsdauer, die auch im Winter rückläufig ist. Sie sank in den letzten zehn Jahren von 5 auf 4,3 Tage. „Nur wer Kurzurlauber akzeptiert, kann von den steigenden Gästezahlen profitieren“, betont Tourismusdirektor Schützinger. „Viele Vorarlberger Beherbergungsbetriebe haben darauf bereits reagiert und bieten neben den üblichen Wochenpauschalen auch sogenannte Midweek-Packages an. Hier gibt es aber sicher noch Potenzial.“
Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, die Verfügbarkeit freier Zimmer online abzufragen. Wer sich kurzfristig entschließt, ein paar Tage zum Skifahren zu kommen, bucht noch stärker über das Internet und möchte nicht auf eine Rückmeldung per Mail warten, ob Zimmer frei sind. Vorarlbergs Hotels haben sich darauf gut eingestellt: Über große Hotelsuchmaschinen sind derzeit rund 3600 Angebote von Vorarlberger Betrieben verfügbar. Auf einzelnen Plattformen sind sogar über 90 Prozent online buchbar. Schützinger: „Vorarlbergs Hotels sind im Internet gut vertreten – aber auch hier dürfen wir uns keinesfalls zufrieden zurücklehnen.“
Investitionen in die Qualität
Vorarlbergs Tourismusbetriebe haben sich mit hohen Investitionen auf den Winter vorbereitet. In Gaschurn im Montafon eröffnet am 16. Dezember das Explorer-Hotel, ein Design-Budget-Hotel mit 100 Zimmern. Das Haus ist erst das zweite zertifizierte Passiv-Hotel Europas. Das Gasthof Hotel Post in Dalaas hat in den vergangenen Monaten den Wellnessbereich umgebaut. Im Felsen hinter dem Haus ist dabei die erste Salzgrotte in Vorarlberg entstanden. Die mit Meersalz angereicherte Luft soll die Abwehrkräfte stärken. Zusätzlich erneuert das Haus seine Zimmer und das Restaurant. Auch das Alpen-Hotel Post in Au hat alle Zimmer, den Eingangsbereich und das Restaurant erneuert.
Kräftig investiert haben auch die Vorarlberger Seilbahnen: Zwei neue Gondelbahnen verbinden ab dieser Wintersaison die Skigebiete Silvretta Nova und Hochjoch im Montafon. Damit ist das Skigebiet Silvretta Montafon zum größten Skigebiet in Vorarlberg aufgestiegen. Im Skigebiet Sonnenkopf ersetzt die neue 4er-Sesselbahn auf den Riedkopf einen Schlepplift. In Lech Zürs am Arlberg wurde die Weibermahdbahn modernisiert. Dort ist nun eine Kombibahn mit 8er-Sesseln und 10er-Kabinen im Einsatz.
Qualität international anerkannt
„Vorarlbergs Tourismus investiert in die Qualität“, resümiert Tourismusdirektor Schützinger. Dass diese Qualität auch international anerkannt wird, zeigt eine Reihe von Auszeichnungen. So wurde Lech Zürs vom Schweizer Forschungsinstitut BAKBASEL zum zweiten Mal in Folge zur erfolgreichsten Alpendestination gewählt. Der ADAC SkiGuide 2012 hat das Montafon als „Top-Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet. Das Brandnertal belegte beim internationalen Ski-Areatest mehrere Spitzenplätze, unter anderem in den Kategorien „Familienfreundliches Skigebiet“ und „Funpark“. Warth-Schröcken wurde für die „besten Naturschneepisten“ weltweit prämiert.
Das Hotel Krone in Au bekam in diesem Jahr gleich drei Preise für sein außergewöhnliches Konzept und seine Architektur. Das Hotel Krone in Hittisau wurde ebenfalls für seine herausragende Architektur ausgezeichnet. Im Rahmen des Qualitätsprogramms Q-Plus erhielt das Hotel Gemma in Hirschegg im Kleinwalsertal die QII-Zertifizierung. Das Hotel Schwanen in Bizau wurde als Bio-Hotel zertifiziert.
Innovative Angebote
Für den Winter haben die Tourismus-Anbieter eine Reihe von innovativen Angeboten geschnürt. Im Skigebiet Silvretta Montafon können Frühaufsteher den Sonnenaufgang direkt am Gipfel erleben. Jede Woche können sie am Hochjoch und in Gaschurn über die noch unberührten Pisten brausen. Winterwanderer bringen die neuen Gondelbahnen schon vor dem Frühstück zum höchsten Punkt im Skigebiet.
In diesem Winter besteht auch noch einmal die Möglichkeit, die Figuren des Künstlers Antony Gormley zu erleben. In den Skigebieten Lech Zürs, Warth-Schröcken und Stuben sind die Eisenmänner direkt von der Piste aus sichtbar. Am Diedamskopf und in Lech führen auch Winterwanderwege ins „Horizon Field“.
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