Zahlreiche Rankweiler Vereine und Lehrlinge unterstützten die Betriebsmannschaft der Agrar Rankweil bei der Pflanzung von Jungbäumen. Die Agrargemeinschaft wirkt somit der starken Überalterung des Waldes entgegen. Denn diese beeinträchtigt die natürliche Schutzfunktion des Waldes.
„Ein Schutzwald bewahrt Siedlungsgebiete und Verkehrswege vor den Einwirkungen von Muren, Lawinen und Sturmschäden. Wird der Waldbestand zu alt, wirkt sich das negativ auf diese Schutzfunktion aus“, informiert der Obmann der Agrargemeinschaft Rankweil Werner Abbrederis und führt weiter aus: „Deshalb forsten wir auf: Seit April dieses Jahres pflanzt die Betriebsmannschaft der Agrar Rankweil auf der Schattseite des Laternertals rund 30.000 Jungbäume. Das ist eine Fläche von rund 10 Hektar, was in etwa 14 Fußballfeldern entspricht.“ Um die Bäume zu pflanzen, waren zuerst Holzschlägerungen und Schlagräumarbeiten notwendig. Diese wurden von der Agrargemeinschaft sorgfältig geplant und von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften Feldkirch und Bludenz bewilligt. Die Jungpflanzen brauchen genügend Platz und Licht, um wachsen zu können. „Die Aufforstungen ergänzen die natürliche Waldverjüngung durch Samenflug in Schutzwaldgebieten. Denn ein Jungwald braucht etwa 120 Jahre für seinen Endbestand. Erst dann kann das Holz zur Weiterverarbeitung genutzt werden“, ergänzt der Obmann der Agrar Rankweil Werner Abbrederis.
Großer Zusammenhalt in Rankweil
Wie wichtig der Wald der Bevölkerung ist, zeigt auch das Engagement vieler freiwilliger Helfer aus Rankweil: Insgesamt 48 Vereinsmitglieder der Funkenzunft Rankweil, der Senioren Radvereinigung Metzler und des Skiclubs Rankweil sowie sieben Nachwuchskräfte des Weiler Betriebes GIKO Verpackungen halfen tatkräft bei den Schlagräumarbeiten mit. „Das Helfer-Team und die Betriebsmannschaft haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Das Zusammentragen der Äste und Rinden ist anstrengend und zeitaufwendig. Wir sind über jede Hilfe aus der Bevölkerung dankbar,“ so Betriebsleiter Karl Morscher.
Nachhaltige Forstwirtschaft
„Die bei Holzschlägerungen anfallenden Äste und Baumwipfel verhindern eine natürliche Waldverjüngung. Deshalb sind für eine rasche Wiederbewaldung Schlagräumarbeiten notwendig. Dafür haben wir Fratten, das sind Asthaufen, errichtet. Die dabei entstehenden Freiflächen forsteten wir wieder auf. Die freiwilligen Helfer waren für uns eine sehr große Hilfe“, erklärt Werner Abbrederis. Die Jungbäume stammen aus dem landeseigenen Forstgarten. Die Agrargemeinschaft Rankweil stimmte die Jungpflanzenarten auf die entsprechenden Höhenlagen ab. Beispielsweise sind Fichte, Weißtanne und Bergahorn die geeigneten Holzarten für die Hochlage, in Rutschgebieten sind vor allem Pionierholzarten wie Erle, Weide und Vogelbeere zweckmäßig. Denn diese bestimmten Baumarten sorgen für eine rasche Durchwurzelung, der Waldboden festigt sich. Hangrutschungen werden dadurch verringert. Im Schutz der Pionierhölzer können andere Holzarten besser wachsen.
Agrargemeinschaft Rankweil
Derzeit bewirtschaftet die Agrargemeinschaft Rankweil 1.550 Hektar Wald und fünf Alpen. Das Anliegen der Agrargemeinschaft ist der Erhalt wichtiger Vorarlberger Kulturgüter. Dies ist nur möglich durch Förderungen des Landes und zusätzliche Einnahmen aus dem Steinbruch und dem Biomasseheizwerk. Außerdem stellt die Agrargemeinschaft Rankweil Forstwege und Gelände für die Freizeitgestaltung und Erholungseinrichtungen bereit, wie beispielsweise Rastplätze, Wanderwege, Fitnessparcours, Finnenbahn und Mountainbike-Routen.
Factbox: Agrargemeinschaft Rankweil
Fläche gesamt: 1.550 Hektar (entspricht etwa 2.100 Fußballfelder)
Waldfläche Vorderwald: 570 Hektar in Rankweil
Hochwald: 768 Hektar in Laterns, Übersaxen, Dünserberg, St. Gerold
Alpen: 180 Hektar (5 Alphütten)
Sonstige Flächen: 32 Hektar
Obmann: Werner Abbrederis
Aufgabengebiete: Forst, Alpen, Jagd, Steinbruch, Biomassewerk




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