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Effektive Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen benötigt: Alpen- und Bergwaldbewirtschaftung als Investition in die Zukunft

Autor: ikp

24.08.09 11:00

Der bewährte Landschaftsforscher Dr. Michael Machatschek besichtigte Anfang August das Wirtschaftsgebiet der Agrar Rankweil. Gemeinsam mit den Verantwortlichen beurteilte er, wie eine effiziente Bewirtschaftung von Alpen- und Bergwald aussieht. Das Ergebnis: In den Regionen um Rankweil und Laterns gibt es dringenden Handlungsbedarf. Für einen effektiven Schutz gegen Lawinen und Hangrutschungen muss in Zukunft vermehrt investiert werden.

v.l. Ing. Bernhard Möckl (Betriebsleiter Biomasse AGRAR Rankweil), Ing. Herbert Sturm (Vorstandsmitglied AGRAR Rankweil), Werner Abbrederis (Obmann AGRAR Rankweil), Dr. Michael Machatschek, Ing. Karl Morscher (Betriebsleiter der AGRAR Rankweil) , Josef Bechtold (Vorstandsmitglied AGRAR Rankweil) (Bildquelle: Mathis)

Zwei Tage verbrachte der Landschafts- und Vegetationsforscher Dr. Michael Machatschek mit Begehungen im Wirtschaftsgebiet der Agrar Rankweil. Er folgte der Einladung des Ländlichen Fortbildungsinstitutes (LFI) als Bildungseinrichtung der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und der Agrar Rankweil. Beide setzten sich für den Landschaftsschutz und somit für den Erhalt wichtiger Vorarlberger Berggebiete ein. Der Experte erarbeitete nach der Besichtigung der Gebiete Maßnahmen für eine zielführende Alpen- und Bergland¬bewirtschaftung in der Region. Das Resümee: Für die Gemeinden Rankweil und Laterns besteht unbedingter Handlungsbedarf zum Schutz vor Bodenerosionen. „Durch die zunehmende Verbrachung der Alpengebiete gehen wertvolle Weideflächen verloren, die das Landschaftsbild prägen und vor Hangrutschungen schützen. Wird nicht schnell reagiert, sind die Gebiete im Tal den Kräften der Natur schutzlos ausgeliefert“, so die Expertenmeinung von Michael Machatschek.

Ganzheitliches Konzept zum Schutz der Region
Einer zunehmenden Gefahr vor Murenabgängen und Lawinen im Laternsertal  kann durch Schutzwaldsanierung und entsprechender Alpbewirtschaftung entgegengewirkt werden. Eine intensivere Bewirtschaftung der Alpen im Laternsertal leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturkatastrophen.
Damit können unterliegende Siedlungen vor größeren Schäden geschützt werden, erklärt der Obmann der Agrar Rankweil, Werner Abbrederis. Es ist sehr wichtig, dass die Menschen in der Region von der Notwendigkeit unserer Maßnahmen überzeugt werden. Wir finanzieren diesen wichtigen Landschaftsschutz aus den Einnahmen unseres Steinbruchs, dem Biomassewerk und Förderungen“, ergänzt Werner Abbrederis.

Das Alpenland Österreich muss alle erdenklichen Mittel zur Aufrechterhaltung der Berglandwirtschaft aufbringen: „Österreich kann sich die Folgekosten der fortschreitenden Verbrachung der Alpen- und Berglandwirtschaft nicht leisten. Nicht nur aufgrund des Katastrophenschutzes, sondern auch für den Erhalt der Lebensräume vieler Pflanzen- und Tierarten“, so Landschaftsforscher Michael Machatschek. Eine sinnvolle Alpenbewirtschaftung sollte ein Anliegen für Gemeinden, Regionen sowie Bundesländer sein. Es ist die kostengünstigere Variante des Kulturgüterschutzes.

Dr. Michael Machatschek ist Leiter der Forschungsstelle für Landschafts- und Vegetationskunde in Obervellach. Der ehemalige Hirte und Senner ist auch als Buchautor, Forscher und Bergbauer tätig.

Agrar Rankweil
Derzeit bewirtschaftet die Agrar Rankweil 1.550 Hektar Wald mit fünf Alpen. Das Anliegen der Agrar Rankweil ist der Erhalt wichtiger Vorarlberger Kulturgüter. Diese Maßnahmen sind möglich durch den Betrieb eines eigenen Biomasse Heizwerks und des Steinbruchs Fritztobel, sowie durch Förderungen. Außerdem stellt die Agrar Rankweil Forstwege und Gelände für die Freizeitgestaltung und Erholungseinrichtungen bereit, wie beispielsweise Rastplätze, Wanderwege, Fitnessparcours, Finnenbahn und Mountainbike-Routen.

Factbox
Fläche gesamt:    1.550 Hektar (etwa 2.100 Fußballfelder)
Waldfläche Vorderwald: Rankweil 570 Hektar
Hochwald: Laterns, Übersaxen,  768 Hektar
Dünserberg, St. Gerold   
Alpen:     180 Hektar / 5 Alphütten
Sonstige Flächen:   32 Hektar
Obmann:    Werner Abbrederis
Aufgabengebiete:   Forst, Alpen, Jagd, Steinbruch, Biomassewerk



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