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Startschuss für Heumilch-Vermarktungsoffensive
30.07.09 13:06

Von:wiko

Konsumenten werden mit einer nationalen Kampagne über die Vorteile der ursprünglichsten Form der Milcherzeugung informiert – ARGE Heumilch will Beitrag leisten, diese ökologisch so wichtige Landwirtschaft flächendeckend zu erhalten – Heumilch-Anteil im Ländle bei 66 Prozent

Heumilch ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Dafür sorgen 1.300 Vorarlberger Bauern und 32 Unternehmen. (v.l.n.r. Landesrat Erich Schwärzler, Landesrat für Landwirtschaft, Othmar Bereuter, Obmann ARGE Milch Vorarlberg, Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich, Andreas Geisler, Koordinator der Heumilch-Offensive)

Mit Hilfe der Heumilchkampagne soll die Wertschöpfung für die heimischen Bauern gesichert werden. (v.l.n.r. Landesrat Erich Schwärzler, Landesrat für Landwirtschaft, Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich, Andreas Geisler, Koordinator der Heumilch-Offensive, Othmar Bereuter, Obmann ARGE Milch Vorarlberg)

Mit einer umfassenden Vermarktungsoffensive will die ARGE Heumilch heimische Konsumenten über die Vorteile von Heumilchprodukten überzeugen. Die Arbeitsgemeinschaft vereinigt rund 8.000 Heumilchlieferanten sowie mehr als 60 Molkereien und Käsereien, davon 1.300 Bauern und 32 Unternehmen im Ländle. Der Startschuss für die Offensive erfolgte am Donnerstag im Bregenzerwälder Käsekeller in Lingenau.

Hochwertige Spezialität
„Das Land Vorarlberg unterstützt die Initiative Heumilch in der Erwartung, dass die ARGE großen Wert auf eine klare und korrekte Produktkennzeichnung sowie die zukunftsfähige Brückenfunktion von Bauer-Verarbeiter-Vermarkter-Konsument legt“, sagte Landesrat Erich Schwärzler. „Darüber hinaus muss ein fairer Preis und Mehrwert für dieses hervorragende Naturprodukt erzielt werden.“ Heumilch als hochwertige regionale Spezialität dürfe nicht als Schleuderware im Regal entwertet werden, forderte der Landesrat für Landwirtschaft.

„Bei der Heumilchwirtschaft handelt es sich um die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Unsere Bauern stellen gesunde und qualitativ hochwertige Heumilch im Einklang mit der Natur her. Diese Botschaft muss beim Konsumenten und beim Handel gefestigt werden“, sagte Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch Österreich.

Darüber hinaus gewährleistet die Heumilchwirtschaft die nachhaltige Pflege und Erhaltung der heimischen Grünlandbetriebe, der Bergbauernbetriebe und der Vorarlberger Alpen. „Mit der Offensive können wir einen wesentlichen Beitrag leisten, diese ökologisch so wichtige Landwirtschaft flächendeckend zu erhalten“, meinte Othmar Bereuter, Vorsitzender der ARGE Milch Vorarlberg. Die gesamte Grünlandfläche in Vorarlberg beträgt 950 Quadratkilometer, die nutzbare Alpfutterfläche 540 Quadratkilometer. Neben der einheimischen Bevölkerung profitiere auch der Tourismus von den gepflegten alpinen Erholungslandschaften.

TV-Kampagne und Handelskooperationen
„Im Rahmen der Vermarktungsoffensive werden rund 400 Produkte mit dem Logo ‚Heumilch – Die reinste Milch’ ausgestattet und erleichtern dem Konsumenten so die Orientierung beim Einkauf“, erläuterte Andreas Geisler, der seit Anfang Juli als Koordinator der neuen Marketingoffensive der ARGE Heumilch tätig ist. Neben umfassenden Kooperationen mit den Handelsbetrieben setzt Geisler auf eine nationale TV-Kampagne, die im Oktober 2009 startet. Geplant sind weiters Online-Aktivitäten sowie eine Offensive in heimischen Printmedien.

Mit Hilfe der Kampagne soll auch die Wertschöpfung für die heimischen Bauern gesichert werden. „Die Herstellung von qualitativ hochwertiger Milch aus den Heumilchregionen ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Unser Ziel ist es daher, einen angemessenen Milchpreis zu erzielen“, erläuterte Neuhofer. Hauptproduktionsgebiete der Heumilch sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. Der Anteil von Heumilch an der gesamten Milcherzeugung liegt im Ländle bei rund 80 Millionen Kilogramm, das entspricht circa zwei Drittel der insgesamt angelieferten Milch. In Österreich beläuft sich der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion auf 15 Prozent, in der EU sind es drei Prozent.

An einem Strang ziehen
„Wenn die Hersteller, Vermarkter und Bauern an einem Strang ziehen, wachsen die Chancen für Heumilchprodukte“, sind sich die Vertreter der Vorarlberger Milchwirtschaft einig. Die Vorarlberger Heumilch wird großteils zu mehr als 50 verschiedenen Käsespezialitäten veredelt. „Die hohe Qualität der Heumilch sowie der daraus hergestellten Produkte ermöglichen eine höherpreisige Vermarktung. Auch die diversen Initiativen der Käsereien leisten einen wertvollen Beitrag“, so Othmar Bereuter.

Die Privatkäserei Rupp ist der größte Vermarkter von ursprungsgeschützten Vorarlberger Berg- und Alpkäse. Diese Rohmilchkäsespezialitäten, die mit tagesfrischer Heumilch in kleinen Sennereien hergestellt werden, vermarktet Rupp bereits seit 100 Jahren. Die wichtigsten Absatzmärkte für diese Premiumprodukte sind Österreich und Deutschland. „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass der Konsument authentische, regionale Produkte sucht und kauft. Diese Kunden müssen wir für uns gewinnen", sagt Geschäftsführer Josef Rupp. „Mit dem neuen Heumilch-Gütesiegel können wir uns von den Massenprodukten differenzieren.“ Darüber hinaus helfe das Siegel den Konsumenten, Heumilch-Spezialitäten zu erkennen.

Die Vorarlberg Milch erzeugt jährlich rund 400.000 Kilogramm Heumilchprodukte, die in Deutschland und Österreich abgesetzt werden. „Heumilchprodukte stellen im derzeit gesättigten europäischen Milchmarkt eine interessante Marktnische dar“, erläuterte Raimund Wachter, Geschäftsführer der Vorarlberg Milch. Jetzt gehe es darum, Heumilch in punkto Qualität und Wertigkeit noch besser zu positionieren.

Die Käserebellen in Sulzberg stellen unterschiedlichste Varianten von Schnitt- und Hartkäse aus Heumilch her. Im Vorjahr lieferten 200 Bauern 20 Millionen Kilogramm reinste Heumilch an. „Mit unseren Heumilch-Spezialitäten stehen wir für altbewährte bäuerliche Tradition und für die Verarbeitung von tagesfrischer Heumilch - ebenso für die Herstellung von natürlichen innovativen Premium-Produkten ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe“, sagte Geschäftsführer Sepp Krönauer. „Aufgrund der einzigartigen Qualität und der geringen Menge an Heumilch in Europa sehen wir gute Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber Industrieprodukten.“

Die ARGE Heumilch im Internet: www.heumilch.at

 



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