Fachveranstaltung der Hochschule Liechtenstein für die Unternehmens-, Finanzdienstleistungs- und Verwaltungspraxis.
Am 12. März 2008 findet bereits zum dritten Mal die Liechtensteinische Steuerfachtagung an der Hochschule Liechtenstein statt. National und international ausgewiesene Steuerexperten greifen die aktuellen Entwicklungen im nationalen, internationalen und europäischen Steuerrecht auf und zeigen deren konkrete Bedeutung für die Praxis am Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Liechtenstein sowie den angrenzenden Regionen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands auf.
Im regionalen, europäischen und globalen Verhältnis konkurrieren Wirtschafts- und Finanzdienstleistungsunternehmen sowie einzelne Staaten in immer stärkerem Umfang miteinander. Sie alle versuchen, Kapital und Investitionen, Vermögensanlagen und hochqualifizierte Arbeitskräfte an sich zu binden und stehen daher in einem umfassenden Leistungs-, Standort- und Systemwettbewerb zueinander. Die steuerlichen Rahmenbedingungen im Allgemeinen und die Steuerbelastung und das Steuerklima im Besonderen stellen in diesem Zusammenhang zentrale Wettbewerbsfaktoren dar, die über Erfolg oder Misserfolg eines ganzen Standortes, einer Branche oder eines Unternehmens entscheiden können.
Wirtschaftsstandort und Finanzplatz im Fokus
Als international wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Wirtschaftsstandort und Finanzplatz ist es für das Fürstentum Liechtenstein, aber auch für die angrenzenden Regionen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands und ihre jeweiligen Akteure von besonderer Bedeutung, über ein attraktives und leistungsfähiges Steuersystem zu verfügen. Zudem ist es erforderlich, sich mit Steuerrechtsnormen anderer Staaten und deren Zusammenspiel, den laufenden nationalen und internationalen Steuerrechtsänderungen sowie den Bestrebungen auseinanderzusetzen, diese auf europäischer Ebene zu koordinieren. Nur dadurch kann die jeweilige steuerrechtliche Position konkretisiert und der Einfluss des Zusammenspiels verschiedener Steuerrechtsnormen auf individuelle und staatliche Entscheidungen hinreichend genau bestimmt werden. Diesem Ansinnen nimmt sich die «Liechtensteinische Steuerfachtagung» auch 2008 an. Sie ist als eine überregionale Konferenz für die Unternehmens-, Banken-, Treuhand-, Versicherungs-, Verwaltungs- und Beratungspraxis konzipiert. Ihr Ziel ist es, die aktuellen Entwicklungen im nationalen, internationalen und europäischen Steuerrecht aufzugreifen und deren Bezug zum Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Liechtenstein und den angrenzenden Regionen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands sowie deren jeweiligen Akteuren herzustellen. Veranstaltet und organisiert wird die Liechtensteinische Steuerfachtagung durch Professor Dr. Martin Wenz, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Internationales und Liechtensteinisches Steuerrecht und Leiter des Instituts für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Liechtenstein.
Dialog
Die TeilnehmerInnen der Liechtensteinischen Steuerfachtagung können sich in vielfältiger Weise an dem durch die ReferentInnen geführten Dialog beteiligen: Einerseits vor Ort und andererseits durch die schriftliche Eingabe von Fragen vorab per email unter caroline.lindner@
hochschule.li oder per Post. Die ReferentInnen und weiteren DiskussionsteilnehmerInnen greifen diese Fragen gerne auf.
Informationen: www.hochschule.li (> Weiterbildung > Steuern)
Nachfolgend finden Sie ergänzende Informationen zu den Inhalten und Referenten der Fachtagung. Für weitere Auskünfte steht Prof. Dr. Martin Wenz, Leiter des Instituts für Finanzdienstleistungen, gerne zur Verfügung (T +423 265 1158, martin.wenz@
hochschule.li).
Liechtensteinische Steuerfachtagung 2008
Steuerpolitik und Steuerwettbewerb
Eröffnet wird die Liechtensteinische Steuerfachtagung durch Regierungschef und Finanzminister Otmar Hasler, der Eckpunkte für eine Steuerreform in Liechtenstein vorstellen wird. Prof. Dr. Carl Baudenbacher, Präsident des EFTA-Gerichtshofes in Luxemburg und Professor für Privat-, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen, wird sich zu Beginn der Fachtagung am Vormittag mit der Anwendung des EWR-Binnenmarktrechts auf nationale Steuerregime der EFTA-Staaten befassen.
Besteuerung von Unternehmen und Privatpersonen
Nachfolgend stellt Dr. Peter Brülisauer, dipl. Steuerexperte und Partner bei Ernst & Young in Zürich, die aktuellen Entwicklungen im nationalen und internationalen Steuerrecht speziell der Schweiz dar. In diesem Zusammenhang nimmt er zu den Änderungen durch die Unternehmenssteuerreform II, zum Steuerstreit mit der EU über kantonale Steuerprivilegien, zu den kantonalen Steuerreformen und einer möglichen Unternehmenssteuerreform III ebenso wie zu den sich daraus resultierenden grenzüberschreitenden Planungsansätzen in Bezug auf Liechtenstein, Österreich und Deutschland Stellung. Anschliessend zeigt Prof. Dr. Martin Wenz die aktuellen Entwicklungen im nationalen und internationalen Steuerrecht Deutschlands und dabei insbesondere die Änderungen durch die Reform der Unternehmensbesteuerung, die Einführung einer Abgeltungsteuer, die Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer, das Jahressteuergesetz 2008 sowie sich daraus ergebende grenzüberschreitende Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf Liechtenstein, Österreich und die Schweiz auf. Aktuelle Entwicklungen im Steuerrecht Österreichs werden durch Mag. Thomas Hosp, LL.M., Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Vaduz, vorgestellt. Dabei stehen neben der Abschaffung und Reform der Erbschaft- und Schenkungssteuer und deren Auswirkungen auf den Stiftungsstandort Liechtenstein auch aktuelle Entwicklungen in Judikatur und Praxis bei grenzüberschreitenden Strukturierungen insbesondere in Bezug auf Liechtenstein, die Schweiz und Deutschland im Mittelpunkt der Betrachtung. Diese verschiedenen steuerlichen Entwicklungen und Steuerreformen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich werden anschliessend von den Referenten des Vormittags unter Leitung von Dr. Peter Altenburger, RA, MCL, MBA, Altenburger Rechtsanwälte, Zürich/Genf, diskutiert und ihre Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Liechtenstein analysiert.
Besteuerung von privaten Vermögensstrukturen und Finanzinstrumenten
Am Nachmittag wird die Fachtagung durch Dr. Julia von Ah, dipl. Steuerexpertin und Partnerin bei Altorfer Duss & Beilstein in Zürich, mit Ausführungen zur Behandlung des Trusts im Schweizer Steuerrecht fortgesetzt. Diese Ausführungen nehmen Bezug auf aktuelle Entwicklungen und gehen der Frage nach, ob diese auch eine Chance für Liechtenstein darstellen. Im weiteren Verlauf stellt Prof. Dr. Sabine Kirchmayr, Inhaberin des Lehrstuhls für Finanzrecht an der Universität Salzburg und Partnerin bei Leitner+Leitner in Wien, die internationale Besteuerung kollektiver und strukturierter Kapitalanlagen und dabei insbesondere aktuelle Entwicklungen und grenzüberschreitende Gestaltungsmöglichkeiten auch für liechtensteinische Finanzintermediäre dar.
Steuerplanung und Steuermanagement
Abschliessend geht Denis Bour, Associé, Conseil Fiscal & Financier, Luxemburg, auf luxemburgische Steuerplanungsstrategien und deren Übertragbarkeit auf den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Liechtenstein ein. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stehen unter anderem aktuelle Entwicklungen in der grenzüberschreitenden Steuerplanung mit Holding-, Finanzierungs-, IP- und Repatriierungsstrukturen, Familiengesellschaften (SPF, SOPARFI) sowie weiteren Investmentvehikeln (SICAV, SICAF, FCP, SIF, SICAR, SPV: Verbriefungsgesellschaften).





