Maschinenring mit deutlicher Umsatzsteigerung

Maschinenring mit deutlicher Umsatzsteigerung
Christian Angerer, Bundesobmann Maschinenring Österreich.

Linz (A) Der Maschinenring verbuchte 2021 in allen Bereichen Zuwächse. Der Gesamtumsatz stieg um 11,02 Prozent auf EUR 374 Millionen. Bei den Agrar-Verrechnungswerten gab es ein Plus, der Anstieg betrug 0,89 Prozent auf EUR 94 Millionen. Die Mitgliederanzahl lag konstant bei 72.610 Mitgliedsbetrieben. Der Service-Bereich wuchs um 16,13 Prozent auf EUR 204 Millionen, die Personaldienstleistungen um 11,71 Prozent auf EUR 76 Millionen. Insgesamt arbeiteten 33.222 Menschen über die Maschinenringe in Österreich.

Gefragte Leistungen
„2021 – ein Jahr, in dem wir alle gelernt haben, uns mit der Pandemie zu arrangieren, haben wir wieder Fahrt aufgenommen“, erklärt Christian Angerer, Bundesobmann Maschinenring Österreich: „Unsere Umsätze sind in allen Bereichen gewachsen. Den österreichweiten Gesamt-Umsatz steigerten wir um 11,02 Prozent auf EUR 374 Millionen. Im Service-Bereich, der Winterdienst und Grünraum, Forst, Bioenergie und Sonstiges umfasst, erwirtschafteten wir 204 Millionen, was ein Plus von 16,13 Prozent darstellt. Der Personaldienstleistungs-Umsatz wuchs um 11,71 Prozent auf EUR 76 Millionen. Der Gesamtumsatz 2021 lag nicht nur über dem Wert des Pandemiejahrs 2020, sondern auch über dem Wert von 2019.“

Herausforderungen im Agrar-Bereich
Bei den Agrar-Verrechnungswerten gab es ein Plus von 0,89 Prozent auf EUR 94,05 Millionen. Angerer erläutert: „Die Agrar-Verrechnungswerte bestehen aus zwei Komponenten. Über den Maschinenring arbeiten Landwirt/innen füreinander und sie teilen sich Maschinen. Die entsprechenden Werte und Preise werden über den Maschinenring verrechnet.“

Die Organisation dieser landwirtschaftlichen Arbeitseinsätze ist nicht immer leicht, so der Bundesobmann: „Da die Landwirte durch größere Betriebsstrukturen stärker ausgelastet sind, wird es immer herausfordernder, den überbetrieblichen Einsatz zu organisieren.“ Das spiegeln auch die Daten wider: Insgesamt arbeiteten 11.479 Mitglieder für andere (minus 6,97 Prozent). 3.807 davon (minus 3,91 Prozent) leisteten ausschließlich Arbeit. 7.672 leisteten Arbeit und vergaben sie auch (minus 8,42 Prozent). 23.997 Betriebe (minus 3,95 Prozent) waren ausschließlich Auftraggeber. In Summe waren 35.476 Mitglieder in die Agrar-Arbeitsleistungen involviert, also 48,86 Prozent aller Mitgliedsbetriebe und 36,21 Prozent aller österreichischen Mehrfachantragsteller/innen.

Die Maschinenringe organisieren auch die Soziale Betriebshilfe, wo bei Notfällen wie Krankheit, Unfall oder Todesfällen, Betriebshelfer am landwirtschaftlichen Betrieb einspringen. Bundesgeschäftsführerin Gertraud Weigl unterstreicht auch hier die Herausforderung: „Landwirte mit ausreichend freien Kapazitäten für die Soziale Betriebshilfe zu finden wird immer schwieriger – nicht zuletzt deshalb, weil sie oft rasch einspringen müssen, um den Bauern oder die Bäuerin zu ersetzen.“ Die Daten der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen zeigen, dass es zuletzt um 16,25 Prozent weniger Einsätze gab, die der Maschinenring vermittelte. Die Anzahl der geleisteten Stunden sank um 8,69 Prozent auf 425.834 Stunden und unterstreichen diese Entwicklung. Der häufigste Einsatzgrund war Krankheit (48 Prozent), dahinter folgten Arbeitsunfähigkeit (24 Prozent) sowie Rehabilitation (13 Prozent).

„Um unseren landwirtschaftlichen Mitgliedern weiterhin Arbeitskräfte stellen zu können arbeiten wir an verschiedenen Strategien, so Weigl: „Eine ist, verstärkt Dienstnehmer anzustellen, um die hohe Einsatzflexibilität speziell bei länger andauernden Einsätzen weiterhin gewährleisten zu können.“

Positiv ist laut Angerer die Entwicklung der Maschinengemeinschaften: „Der Trend zum Sharing setzt sich ungebrochen fort. Die Zahl der Maschinengemeinschaften stieg um 9,25 Prozent auf 1.477.“ Deren 30.260 Mitgliedsbetriebe (plus 8,69 Prozent) teilten sich 2.748 Maschinen (plus 8,40 Prozent).

Im Jahr 2021 startete der Maschinenring einige Projekte, um sich fit für die Zukunft zu machen, wie Angerer ausführt: „Beispielsweise haben wir die Maschinenring Akademie gelauncht, mit der wir das Lernen im Maschinenring auf neue, zeitgemäße Beine stellen. Wir haben im Maschinenring Cluster weitere Versuche durchgeführt, um zu prüfen, welche moderne Technik wirklich brauchbar ist für die österreichischen Landwirt/innen. Und mit Maschinenring Teamwork haben wir eine App gelauncht, die den überbetrieblichen Maschinen- und Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft einfacher denn je macht.“

Gewerbliche Dienstleistungen erfolgreich
Die gewerblichen Dienstleistungen entstanden aus der Idee, Landwirten ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen, beispielsweise indem sie mit ihrem Traktor Schnee in der Heimatgemeinde räumen. Der Winterdienst legte aufgrund des teilweise rekordverdächtigen Wetters am meisten zu, auf EUR 86,78 Millionen Umsatz (plus 25,09 Prozent). Der Grünraumdienst-Umsatz stieg um 10,26 Prozent auf EUR 66,94 Millionen. Dahinter folgen die sonstigen Umsätze mit EUR 24,40 Millionen (plus 13,26).

Hierzu zählen unter anderem Deichgräberei und Reinigung. Bioenergie reiht sich danach ein mit EUR 14,51 Millionen und einem Plus von 2,17 Prozent. Insgesamt lieferte der Maschinenring 852.000 Schüttraummeter Biomasse. Forstdienste machten EUR 11,24 Millionen aus, die Steigerung betrug 15,64 Prozent. Hier wurden u. a. 54.800 Festmeter Rundholz gehandelt und mehr als 468.000 Pflanzen aufgeforstet.

Weigl weist auf die Dimensionen dieses Bereichs hin: „Allein im Winterdienst servicierten wir rund 10.000 Kunden, darunter mehr als 1.000 Gemeinden. Im Bereich Bioenergie betreuten wir mehr als 314 Heizwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die mit regenerativer Energie aus Holz arbeiten.“

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