Return to Ländle: Christian Holzknecht ziehen Herzensgründe wieder nach Vorarlberg

Return to Ländle: Christian Holzknecht ziehen Herzensgründe wieder nach Vorarlberg
Christian Holzknecht

Der Fotograf Christian Holzknecht hat nach vielen Jahren im Ausland Vorarlberg wieder zu seiner Heimat gemacht. Nun erzählt er von spannenden Jahren als Fotograf bei der UNO, seiner Zeit in Los Angeles, wie er zum Playboy-Fotograf wurde und warum Vorarlberg immer der Platz sein wird, wo er hingehört.

Playboy-Fotograf, Los Angeles – die weite Welt. Warum lässt man das zurück und kommt wieder nach Vorarlberg?
Als ich vor 20 Jahren das erste Mal nach Los Angeles kam, war es noch ein total relaxter und inspirierender Ort, das hat sich dann aber mit 911 und der Wirtschaftskrise total geändert. Vielleicht liegt es auch an mir selber, aber ich habe einfach angefangen, die Berge, die Natur und meine Freunde im Ländle zu vermissen.

Wie kommt man überhaupt als kleiner Vorarlberger Junge zur Fotografie?
Ich wollte schon immer Fotograf sein und werden. Schon als Kinder haben wir uns gestritten, wer bei Papas Kamera den Rollfilm wechseln darf. Ich hab meistens gewonnen.

Sie haben aber zuerst eine Lehre als Elektriker gemacht. Warum das und wie wurden Sie dann doch noch Berufsfotograf?
Damals, als ich eine Schnupperlehre bei einem Vorarlberger Fotografenbetrieb gemacht habe, wurde mir der Beruf mit der Aussage „da machst eh keine Fotos, sondern arbeitest entweder im Laden oder entwickelst Fotos an der Kodakmaschine“ madig gemacht und so bin ich als Schwarzacher zum damals einzigen Lehrbetrieb gegangen und habe Elektriker gelernt. Ich habe dann aber mit dem ersten Lehrlingsgeld eine gebrauchte Kamera und Dunkelkammerzeugs gekauft und bin diesen Weg parallel zu meiner Ausbildung weiter gegangen.

Sie waren auch als Fotograf für die UNO unterwegs. Was haben Sie da fotografiert?
Bei den Vereinten Nationen war ich zum einen dafür zuständig Luftaufnahmen der Pufferzone aus der Luft zu machen und zum anderen habe ich meist Event- oder Werbeaufnahmen gemacht von all dem Schaffen der UNO. In der Zeit habe ich aber auch viel für mich selber gearbeitet, Menschen portraitiert und Ausstellungen gemacht. Alles in allem eine superschöne Zeit.

Sie sind Fotograf für den Playboy, das klingt etwas verrucht. Wie kommt man dazu?
Ich habe schon immer gerne provokante Bilder mit vorwiegend nackten Frauen fotografiert. Damals wie heute war Helmut Newton mein Vorbild. Er hat es wunderbar verstanden, mit etwas Dominanz und Unterwerfung im Bild Aufmerksamkeiten auf seine Werke zu bekommen und das fand ich auch für mich einen gangbaren Weg. Der Playboy wurde dann auf Bilder aufmerksam, die ich dazumal von Katharina Kuhlmann gemacht habe und darauf hin haben sie mich eingeladen, mal vorzusprechen. Seit her, fast schon 10 Jahre, arbeite ich mit dem Playboy zusammen und fotografiere für dieses Magazin.

Wie läuft denn ein Shooting ab? Was kann man sich da vorstellen?
Wir arbeiten meist in einem Team von 5-10 Mitarbeitern, abhängig vom Auftrag und wir schauen halt, dass immer eine gute Laune am Set ist. Wir verkaufen ja in den Werbeaufnahmen meist eine positive Emotion mit und das kann man nicht erzeugen, wenn schlechte Stimmung am Set ist. Daher rocken wir uns durch den Tag und freuen uns über das gute Ergebnis. Eine herrliche Berufung.

Was ist das Besondere an Los Angeles, dass dort so viele Fotografen leben und auch Sie dorthin gingen?
Ich denke es ist die Chance auf eine Karriere, in welcher Branche auch immer. In meinem Fall war es ja nur die Sonne und der Rock ’n’ Roll. Dieser Surfer-Lifestyle hat mich immer schon inspiriert und in Vorarlberg war halt alles klein und überbewertet. Die damaligen Werbeagenturen haben so viel Zeit mit Selbstverliebtheit und Eigenlob verbracht, dass das Arbeiten mit ihnen echt mühselig war.
Jetzt ist es anders, die Überheblichen hat der Markt verschluckt, die Kunden sind selber imstande zu entscheiden, was sie wollen und wir werden entsprechend wertgeschätzt, uns und unsere Kreativität mit einzubringen.

Ist Vorarlberg jetzt das Endziel oder nur eine Zwischenstation?
Für mich ist und war Vorarlberg immer der Ort, wo ich hingehöre, schon der Natur und der Berge wegen, das wird auch so bleiben. Ich habe meine Liebe, meine Familie und meine Freunde hier, ein Fotostudio und eine coole Crew. Was will man mehr, da muss man nirgends mehr hin und für unsere Kunden fliegen wir eh dauernd in der Welt umher und das reicht mir. Da bin ich dann gerne in meiner Freizeit im Ländle.

Das Wort Fotografie stammt ja aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt „malen mit Licht“. Was ist Fotografie für Sie?
Für mich ist und war Fotografie ein Ausdruck eines Gefühls, etwas, womit man kreiert und noch viel wichtiger: Menschen im Herz berührt. Das ist, was ich immer wollte und das ist, was ich für immer machen werde. „till the end of my life“

Zur Person:
Christian Holzknecht
Christian Holzknecht ist 46 Jahre alt und glücklich liiert. Für den Fotografen ist sein Beruf seine Berufung, er findet jeden Tag seines Schaffens gleich toll. Seine Freizeit verbringt er in der Natur, egal ob beim Skitourengehen, Wandern oder Klettern. Hauptsache an der frischen Luft und in den Bergen.

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Christian Holzknecht - Photography and Good Vibes

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