Erfreulich entwickelte sich hingegen die Situation am Arbeitsmarkt. Dazu beigetragen haben auch die von der Politik initiierten Konjunkturpakete. Die niedrigen Zinsen führten zu einer nicht erwarteten Belebung des Konsums. Auf Kredite angewiesene Unternehmen, ganz besonders aber auch die privaten Kreditnehmer, profitierten von der niedrigen Zinsbelastung. Alle Befürchtungen in Bezug auf stark steigende Zinsen bis hin zu einer Hyperinflation haben sich vorerst nicht bewahrheitet. Die österreichischen Kreditnehmer können sich freuen: Sämtliche Vergleiche zwischen europäischen Banken zeigen, dass die Kreditzinsen in Österreich tiefer liegen als im übrigen Europa.
Die Welt nach der Wirtschaftskrise ist nicht mehr die gleiche. Zwar haben sich die Turbulenzen am Kapitalmarkt seit 2008 weitgehend wieder gelegt, eine Refinanzierung zu den offiziellen Geldmarktsätzen (EURIBOR, LIBOR) ist jedoch für die Banken nicht mehr möglich. Ein nicht unwesentlicher Teil der langfristig vereinbarten Kredite orientiert sich hingegen an den offiziellen Geldsätzen. Ertragsrückgänge für die Banken sind die Folge.
Erfreulich entwickelte sich im Vorjahr das Provisionsgeschäft. Besonders die zum Jahresende angekündigte Einführung einer Kursgewinnbesteuerung (KESt-Neu) führte zu einem regelrechten Boom bei höherwertigen Veranlagungen. Auch das Bauspar- und Versicherungsgeschäft nahm gegenüber dem Vorjahr zu.
Geschäftsentwicklung der Vorarlberger Sparkassen im Jahr 2010
Das Jahr 2010 war eine eindrucksvolle Bestätigung für das Geschäftsmodell „Sparkasse“, das durch seine dezentrale Struktur, persönlichen Kontakt, die Nähe zum Kunden, die hervorragende Kenntnis des Heimmarktes und seiner Unternehmen zum zuverlässigen Partner in unsicheren Zeiten wird.
Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen
Während das Betriebsergebnis, das Resultat des operativen Geschäfts, um über 17 % auf über 47 Mio. Euro angewachsen ist, hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das bekanntlich auch die Risikokosten enthält, um nahezu 23 % verbessert. Es beträgt nunmehr 23,5 Mio. Euro.
Der Zuwachs bei den Primärmitteln, die sich im Wesentlichen aus Spareinlagen und Giroeinlagen sowie eigenen Obligationen zusammensetzen, liegt bei 2,86 %. Noch erfreulicher, nämlich um 4,3 %, haben sich die von den Vorarlberger Sparkassen verwalteten Kundengelder, die auch die Wertpapiergeschäfte inkludieren, entwickelt.
Besonders erfreulich ist der Anstieg bei den Kundenausleihungen um 11,96 %: Dazu hat einerseits der signifikante Anstieg des Schweizer Franken beigetragen, andererseits ganz besonders die Tatsache, dass die Sparkassen ihrer Verantwortung der Region und ihren Kunden gegenüber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in besonderer Weise nachgekommen sind. Das starke Kreditwachstum schlägt sich auch in der Entwicklung der Bilanzsumme nieder: Sie hat sich um 6,79 % erhöht und damit die „5 Milliarden-Schallmauer“ durchbrochen.
Weit überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung bietet hohe Sicherheit
Die ohnehin sehr gute Eigenkapitalausstattung der Vorarlberger Sparkassen hat sich weiter verbessert: Die Eigenmittelquote, mit einer gesetzlichen Untergrenze von 8 %, beläuft sich nunmehr auf 21,12 %. Die Kernkapitalquote beträgt bei den Vorarlberger Sparkassen 18,11 %. Dies ist nicht nur im internationalen Vergleich herausragend, sondern wird im Hinblick auf die Bestimmungen von BASEL III in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen.
Der Haftungsverbund der österreichischen Sparkassen, dem alle Vorarlberger Sparkassen angehören, und die weit überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung bedeuten für die Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit.
Arbeitgeber für etwa 900 Mitarbeiter/innen
Beinahe 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 21 Lehrlinge, beschäftigen die fünf Vorarlberger Sparkassen. Musste man sich früher als Kunde um die Gunst eines „Bankbeamten“ bemühen, verstehen sich heute die Sparkassenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als moderne Dienstleister, die ihre Kunden bedürfnisorientiert betreuen und die ihnen anvertrauten Bankgeschäfte zügig und professionell abwickeln. Ein großer Teil der Beratungsgespräche wird heute außerhalb der offiziellen Schalter-Öffnungszeiten geführt.
Österreichweit 23,65 Millionen Euro für Gemeinwohlorientierung durch Sparkassen
Die 52 österreichischen Sparkassen mit der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG als Spitzeninstitut und ihren 35 Sparkassenstiftungen haben im Jahr 2010 insgesamt 23,65 Mio. Euro für kommunale, kulturelle, sportliche, wissenschaftliche und soziale Zwecke sowie für den Umweltschutz in den Regionen ausgegeben. Rund 1,3 Mio. Euro dieser Summe entfallen auf Vorarlberg. Diese erfreuliche Bilanz zeigt, wie sehr sich die Sparkassengruppe – gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – an ihre Gründungsidee erinnert und sich dem Gemeinwohl verpflichtet sieht.
Hohe Kundenzufriedenheit und mehr als 10.500 Neukunden
Die überdurchschnittlich hohe Zufriedenheit der bestehenden Sparkassenkunden kommt aus der aktuellen Kundenbefragung zum Ausdruck. Dass die Vorarlberger Sparkassen gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten einen erfreulichen Zulauf von mehr als 10.500 Neukunden verzeichnen konnten, zeigt das große Vertrauen der Bevölkerung in das „rote S“.
Über 633 Millionen Euro an Neukrediten
Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein – zumindest nicht bei den Sparkassenkunden. Mehr als 633 Mio. Euro haben die fünf Vorarlberger Sparkassen den Menschen und Unternehmen in ihren Regionen an neuen Krediten zur Verfügung gestellt. Damit wurde sogar das ohnehin hohe Vorjahresvolumen noch übertroffen.
Gesetzliche Änderungen
BASEL III
Dass die weltweite Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 Konsequenzen nach sich ziehen wird, war zu erwarten und ist im Grunde auch zu begrüßen. Nicht zuletzt waren es die Sparkassen, die sinnvolle Änderungen im Finanzsystem gefordert haben. Ob dies mit BASEL III tatsächlich erreicht wird, darf bezweifelt werden. Denn handfeste Maßnahmen, um die Verursacher der Finanzkrise zur Verantwortung zu ziehen, lassen bislang noch auf sich warten.
Grundsätzlich positiv sehen die Vorarlberger Sparkassen die Anhebung der Mindestkapitalausstattung der Banken. Angesichts der gegebenen Kapitalsituation hat diese Verschärfung für die Sparkassen im Lande keine nennenswerten Auswirkungen. Allerdings könnten die strengen Bestimmungen von BASEL III, im Verein mit den verschärften Liquiditätsvorschriften für die Kreditinstitute, zu negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft führen. Kredite werden dann zu einem kostbaren Gut!
Zudem bestraft die neu eingeführte Stabilitätsabgabe, die so genannte Bankensteuer, jene Kreditinstitute, die ihrem ureigenen Auftrag und den Anforderungen der Wirtschaft nachkommen, Kredite zu vergeben.
Bei den derzeit in Verhandlung stehenden offenen Punkten von BASEL III ist die Politik gefordert, die österreichische Position mit Nachdruck zu vertreten und eine Abfederung der Konjunktur hemmenden Maßnahmen zu erreichen. Im Interesse der Banken, ganz besonders aber im Interesse der Wirtschaft.
Kursgewinnbesteuerung (KESt-NEU)
Die Einführung dieser Steuer beurteilen die Vorarlberger Sparkassen kritisch, denn sie bietet kein probates Mittel gegen Spekulationen. Ganz im Gegenteil führt sie zu einer weiteren Belastung des Mittelstandes, aber auch der Banken, die quasi die Rolle eines „Steuereintreibers“ übernehmen sollen. Damit verbunden ist die gewaltige Summe von ca. 200 Mio. Euro an reinen Einführungskosten sowie laufende Kosten von mehr als 54 Mio. Euro pro Jahr, die die Banken selbst tragen müssen. Deshalb ist gut nachvollziehbar, warum die Kreditwirtschaft eine verfassungsrechtliche Überprüfung der offenen Punkte eingeleitet hat.
Ausblick auf 2011
Das Jahr 2010 verlief für viele Branchen weit besser als angenommen. Auch für 2011 sind die Wirtschaftsforscher verhalten optimistisch. Im Sog der deutschen Exportlokomotive, einer wachsenden Weltwirtschaft und einer anhaltenden Binnennachfrage dürfte die Erholung der österreichischen Wirtschaft anhalten. Zusätzlich Unterstützung erfährt die Wirtschaft durch ein besonders gut funktionierendes österreichisches Bankensystem und weitgehend stabilisierte Finanzmärkte.
Unruhe bringt jedoch die Sorge um den Euro. Alle Welt blickt gebannt auf die PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien). Die Zukunft dieser Länder und auch des Euro wird nicht zuletzt von den Möglichkeiten abhängen, die Banken in diesen Ländern haben werden, sich zu vernünftigen Preisen am Markt refinanzieren zu können.
Die Diskussionen um die Fortführung des im Jahr 2013 auslaufenden Euro-Rettungsschirms drücken den Kurs der Einheitswährung, begünstigen jedoch gleichzeitig die Ausfuhrbemühungen der Mitglieder der Währungsunion. Davon werden auch die zahlreichen Vorarlberger Exportbetriebe profitieren.
Insgesamt erwarten die Vorarlberger Sparkassen für 2011 in Österreich bzw. in Vorarlberg:
- eine Fortsetzung des Wachstums, deutlich jenseits von 2 %
- eine Inflation nahe dem EZB-Ziel von 2 % (angesichts der jüngsten Turbulenzen in Nordafrika auch darüber)
- einen starken Arbeitsmarkt
- einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen
- eine Stabilisierung der Staatsschuldenquote bei nahezu 70 %
- eine geringere Spardynamik
- ein stärkeres Einlagenwachstum gegenüber den Krediten (5,7 % gg. 2,3 %) sowie
- einen Anstieg der Leitzinsen im 2. Halbjahr 2011.
Wir sind überzeugt, dass die Vorarlberger Wirtschaft die richtigen Lösungen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben findet und Rückenstärkung durch positive wirtschaftliche Effekte erfährt. Bei der Umsetzung ihrer Ziele kann die Wirtschaft auf die Unterstützung der Vorarlberger Sparkassen bauen.

v.l.n.r.: Hermann Bachmann (Sparkasse Egg), Werner Böhler (Dornbirner Sparkasse), Mag. Michel Haller (Sparkasse Bregenz), Mag. Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch), Christian Ertl (Sparkasse Bludenz)
v.l.n.r.: Hermann Bachmann (Sparkasse Egg), Werner Böhler (Dornbirner Sparkasse), Mag. Michel Haller (Sparkasse Bregenz), Mag. Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch), Christian Ertl (Sparkasse Bludenz)
Vorarlberger Sparkassen: starkes Betriebsergebnis und mehr als 10.000 neue Kunden im Geschäftsjahr 2010
- 02.03.2011
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- Dornbirner Sparkasse Bank AG
Dornbirner Sparkasse Bank AG
Sparkassenplatz 1, 6850 Dornbirn
Österreich
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