Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umschuldung

  • 10.02.2022
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umschuldung
Mit der richtigen Strategie lässt sich durch eine Umschuldung viel Geld sparen. (pixabay.de © AlexanderStein CCO Public Domain)

Gerade bei Krediten mit langer Laufzeit kommt es schon einmal vor, dass die Zinsen am Markt stark schwanken und gegebenenfalls weit nach unten gehen. In diesem Fall ist ein ehemals günstiger Kredit auf einmal unnötig teuer. Dann kann es sinnvoll sein, eine Umschuldung vorzunehmen. Diese funktioniert aber nur dann, wenn sie effizient geplant und professionell umgesetzt wird. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Voraussetzungen vor, die gegeben sein müssen, damit eine Umschuldung im Sinne der Kreditnehmer gelingt.

Einen genauen Anbietervergleich durchführen
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Umschuldung ist ein genauer Anbietervergleich. Sogar in einer Niedrigzinsphase ist nicht jeder Kredit gleichermaßen günstig. Selbst geringe Unterschiede bei den Zinsen können erhebliche Mehrkosten beziehungsweise Ersparnisse bedeuten. Durch einen genauen Vergleich schaffen es Kreditnehmer, einen Umschuldungskredit zu finden, der wirklich günstig ist und zu ihnen passt.

Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich über verschiedene Kreditangebote zu informieren. Hier sind die einzelnen Kreditgeber mit ihren Webseiten und Angeboten vertreten, es gibt aber auch übersichtliche Vergleichsportale. Somit fällt es leicht, die verschiedenen Konditionen einander gegenüberzustellen und zu vergleichen. Hierbei sollte nicht allein der Zinssatz eine Rolle spielen. Auch Faktoren wie die Laufzeit, der Kundenservice, die Zinsfestschreibung und weitere spielen bei der Kreditauswahl eine wichtige Rolle.

Bürokratie abbauen
Eine Umschuldung erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Auf der einen Seite stellt sie sicher, dass Kreditnehmer von günstigen Kreditzinsen am Markt profitieren und für ihren Kredit weniger bezahlen müssen. Auf der anderen Seite sorgt sie für Transparenz. Immer mehr Menschen verlieren den Überblick über ihre Finanzen, weil sie ganz unterschiedliche Ausgaben zu stemmen haben. Einige haben eine Null-Prozent-Finanzierung, zwei Kredite und ein Privatdarlehen, die sie zurückzahlen müssen. Dies verursacht einerseits hohe Zinskosten und führt andererseits schnell dazu, dass der Überblick verlorengeht.

Durch eine Umschuldung ist es möglich, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zurückzugewinnen. Mehrere unterschiedliche Kredite können zusammengefasst werden. Kreditnehmer müssen sich dann nur noch mit einer monatlichen Rate beschäftigen und haben nur noch einen Fixkostenpunkt, den es zu beachten gilt. Eine solche Übersicht ist oft bares Geld wert, da die Betroffenen nun ganz genau wissen, wofür sie im Einzelnen wie viel Geld ausgeben.

Individuelle Konditionen aushandeln
Für eine erfolgreiche Umschuldung ist es wichtig, nicht das erstbeste Kreditangebot anzunehmen. Natürlich freut man sich als Kreditnehmer, wenn ein Umschuldungskredit bewilligt wird. Häufig ist es aber so, dass das erste Angebot nicht das Günstigste ist. Es lohnt sich daher, weiter zu vergleichen und nach Verhandlungsspielräumen beim jeweiligen Angebot zu suchen.

Häufig sind Banken in Bezug auf ihre Kreditkonditionen flexibel. Wer Verhandlungsgeschick beweist und die aktuelle Marktsituation genau kennt, kann nachverhandeln. Außerdem ist es immer möglich, individuelle Schwerpunkte bei einem Kreditvertrag zu setzen. Einigen ist es vielleicht wichtig, dass die Möglichkeit zu Sondertilgungen besteht, während andere großen Wert auf eine individuelle Zinsfestschreibung legen. Je genauer Kreditnehmer wissen, was sie von einem Umschuldungskredit erwarten, desto bessere Konditionen können sie für sich aushandeln.

Einen Verwendungszweck angeben
Einigen Menschen ist es unangenehm, einzugestehen, dass sie Geld aufnehmen, um einen anderen Kredit abzulösen. Sie haben das Gefühl, dass die Banken glauben könnten, sie könnten nicht mit Geld umgehen. Das ist keine sonderlich clevere Strategie. Wer bei einem Umschuldungskredit konkret angibt, dass er dazu genutzt werden soll, einen bestehenden Kredit abzulösen, kann eine Menge Geld sparen.

Im Rahmen eines Kreditantrags ist es notwendig, eine Haushaltsrechnung aufzustellen. Hier werden sämtliche Einnahmen den regelmäßigen Ausgaben gegenübergestellt. Die sich hieraus ergebende Summe ist das monatlich zur Verfügung stehende Kapital. Wenn ein Verwendungszweck angegeben wird, weiß die kreditgebende Bank, wofür das Geld verwendet wird. In diesem Fall wird die monatliche Rate des bisherigen Kredits nicht zu den Kosten dazugerechnet. Schließlich fällt sie durch die Umschuldung weg. Wer einen Kredit zur freien Verwendung beantragt, profitiert von dieser Tatsache nicht.

Eine bezahlbare Monatsrate wählen
Wer einen Kredit aufnehmen muss, ist immer im Nachteil. Es besteht dann nicht genügend Zeit, verschiedene Kreditangebote einzuholen und zu vergleichen. Deswegen ist es so, dass ein Kredit, der in einer finanziell schwierigen Situation aufgenommen wird, in der Regel teurer ist, als nötig wäre. Deswegen ist es wichtig, finanzielle Engpässe zu vermeiden, um keinen Notfallkredit aufnehmen und die damit verbundenen hohen Kreditkosten in Kauf nehmen zu müssen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es deswegen wichtig, eine bezahlbare Monatsrate auszuwählen. Diese darf nicht nur zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme kein Problem sein, sondern muss dauerhaft mühelos beglichen werden können. Verzögerungen bei der Rückzahlung des Kredits sind von großem Nachteil und können zu einer echten Gefahr für die hinterlegten Sicherheiten werden. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die gewählte Monatsrate nicht zu niedrig ist. Hierdurch entsteht zwar finanzielle Flexibilität, dafür verlängert sich die Laufzeit immens, was mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Es sollte daher genügend Zeit investiert werden, um zu entscheiden, welche Monatsrate optimal ist.



Auf die Zinsfestschreibung achten
Die Weichen für eine erfolgreiche Umschuldung werden bereits lange vor dem Kreditantrag gestellt, nämlich zum Zeitpunkt, wenn der Ursprungskredit aufgenommen wird. Wer hier eine lange Zinsfestschreibung vereinbart, kann nicht ohne weiteres eine Umschuldung vornehmen. Bevor die Zinsbindungsfrist abgelaufen ist, können die Banken und Kreditinstitute nämlich eine Vorfälligkeitsgebühr verlangen, wenn ein Kredit vorzeitig abgelöst wird.

Deswegen ist es wichtig, sich genau zu überlegen, für wie lange man die jeweilige Zinsfestschreibung vereinbart. Wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen nicht weiter sinken können, ist eine lange Zinsfestschreibung von Vorteil. Selbst bei steigenden Zinsen zahlen die Kreditnehmer dann den im Kreditvertrag vereinbarten niedrigen Kreditzins. Wenn die Zinsen aber fallen, kann ein ehemals günstiger Kredit auf einmal unnötig teuer sein. Durch eine zu lange Zinsfestschreibung wird die Umschuldung dann erheblich teurer. Sowohl beim Ursprungsgebiet als auch beim Umschuldungskredit ist es daher essenziell wichtig, sich ausgiebig mit der Zinsfestschreibung zu beschäftigen.

Die Niedrigzinsphase ausnutzen
Des Weiteren ist es wichtig, den passenden
Zeitpunkt für eine Umschuldung zu wählen. Aktuell verfolgt die EZB eine Niedrigzinspolitik, wodurch Kreditzinsen ausgesprochen niedrig sind. Wer momentan eine Umschuldung vornimmt, profitiert von den niedrigen Marktzinsen und kann eine Menge Geld einsparen. Sollte die EZB den Leitzins wieder anheben, verringert sich dieser finanzielle Vorteil spürbar.

Wer nicht gerade das Glück hat, eine Umschuldung während einer Niedrigzinsphase vornehmen zu wollen, sollte dennoch genau auf die Zinsentwicklung achten. Häufig sind die Kreditzinsen volatil, sodass es sich lohnen kann, noch ein wenig zu warten, bis ein Umschuldungskredit aufgenommen wird. Hier sind Erfahrung, Fachwissen und Fingerspitzengefühl gefragt. Denn natürlich können die Zinsen auch wieder steigen. Wer die Zinsentwicklung beobachtet und Trends gut voraussehen kann, hat die Möglichkeit, einen Umschuldungskredit besonders günstig zu bekommen.

Bei der Umschuldung die richtigen Prioritäten setzen
Bei einem Umschuldungskredit ist es wichtig, die richtigen Prioritäten zu setzen. So sollte unbedingt immer zuerst der Dispo oder ein anderer Überziehungskredit zurückgezahlt werden. Diese sind für die Kreditnehmer äußerst flexibel, aber auch unglaublich teuer. Das hohe Ausfallrisiko und die fehlende Transparenz gleichen die Banken und Kreditinstitute durch hohe Zinsen aus.

Nicht immer ist es möglich, einen Umschuldungskredit in solcher Höhe aufzunehmen, dass sämtliche anderen finanziellen Verpflichtungen bezahlt werden können. In diesem Fall muss genau überlegt werden, welche Kredite die höchsten Kosten verursachen, um diese zuerst zurückzahlen zu können. Hier ist es dann besonders wichtig, einen Verwendungszweck anzugeben, damit die hohen monatlichen Kosten, die aktuell bestehen, nicht in die Haushaltsrechnung einfließen.

Auf das Recht auf Sondertilgungen Wert legen
Wer einen Umschuldungskredit aufnimmt, sollte darauf achten, dass die Möglichkeit für Sondertilgungen gegeben ist. Es kann immer wieder passieren, dass einmal mehr Geld zur Verfügung steht, als man gedacht hat. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man eine Gehaltserhöhung oder einen Bonus bekommen hat oder ein Erbfall eintritt. Dieses Geld sollte dann benutzt werden können, um Teile des Kredits auf einen Schlag zurückzuzahlen.

Unterschiedliche Banken bieten jeweils andere Regeln für ihre Sondertilgungen an. Grundsätzlich haben sie ein Interesse daran, dass die vertraglich vereinbarten Rückzahlungen eingehalten werden. So haben sie Planungssicherheit und wissen genau, wie viel Geld sie mit einem Kredit verdienen. Als Kundenservice wird aber die Möglichkeit zu Sondertilgungen angeboten. Das ist in der Regel einmal jährlich in einer Höhe von bis zu 50 % der noch ausstehenden Kreditsumme möglich.

Die 50-30-20-Regel beherzigen
Für eine Umschuldung ist es von Vorteil, wenn gewisse Ersparnisse vorliegen. Diese können als Sicherheit angegeben werden, wodurch sich die Kreditkonditionen verbessern. Auf der anderen Seite ist es möglich, die benötigte Kreditsumme zu senken, da ein Teil der Umschuldung mit Hilfe des angesparten Kapitals erfolgt. Auch hierdurch sinken die Kosten für den Umschuldungskredit erheblich.

Um einen Notgroschen anzusparen, ist es sinnvoll, sich an die 50-30-20 Regel zu halten. Hierbei wird das zur Verfügung stehende Budget in drei Teile eingeteilt. Der erste Teil ist mit 50% am höchsten und wird für die Fixkosten reserviert. Dieses Geld ist dazu da, um Miete, Lebensmittel, Strom und Gas oder Versicherungen zu bezahlen. Es ist sinnvoll, für dieses Geld ein separates Konto zu führen, um es nicht mit den anderen Geldbeträgen zu vermischen.

Der zweitgrößte Posten mit 30% wird für die Freizeit zurückgelegt. Dieses Geld wird für Ausflüge, Anschaffungen, Restaurantbesuche und ähnliches ausgegeben. Der steht zur freien Verfügung und kann für alles eingesetzt werden, was Freude bereitet. 20% des verfügbaren Einkommens sollten für das Sparen und für Investitionen genutzt werden. Mit der Zeit sammelt sich so ein erheblicher Betrag an, der gerade bei einer Umschuldung große Vorteile mit sich bringt. Ebenso ist es möglich, das Geld anzulegen, um so von Zinsen zu profitieren und zusätzliches Kapital zu generieren.

Fazit
Eine Umschuldung bringt viele Vorteile mit sich, setzt aber einiges an Planung und Vorbereitung voraus. Es lohnt sich, sich mit unterschiedlichen Faktoren wie dem Zinssatz, der Laufzeit, der monatlichen Rate oder den Sondertilgungen zu beschäftigen. So ist es möglich, ein individuelles Kreditangebot auszuhandeln und bei der Umschuldung eine Menge Geld zu sparen. Vergleichsportale im Internet helfen dabei, sich einen Überblick über die Marktsituation zu verschaffen, Informationen einzuholen und die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umschuldung zu schaffen.

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